Prometheus - der letzte Science Fiction Film - Updated 22.04.2014 19:49

 

Ich war gestern mit Sohnemann im Kino und habe Prometheus gesehen. Ich bin maßlos enttäuscht und das auf vielen Ebenen. Da weiss ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Sehen wir uns mal die Handlung an, die in kurzen Sätzen erzählt ist: Archäologen finden auf diversen Schrifttafeln und Höhlenzeichnungen Hinweise auf eine Sternenkonstellation, das sie dahingehend deuten, dass dort unsere Schöpfer seien. Der Weylandkonzern rüstet eine Mission aus und man fliegt hin, findet ein Raumschiff einer anderen Spezies (unserer Schöpfer), die wohl vorhatten, die Menschheit wieder zu vernichten plus hier und da eingestreute Aliens (die aber nur eine Nebenrolle spielen). Unsere Vernichtung wurde verhindert, eine Archäologin ist mit einem dieser fremden Schiffe abgehauen um die Schöpfer zu suchen und die anderen sind gestorben. Fertig.

Dieser Plot ist hanebüchen, dünn, substanzlos und unkreativ, was nicht verwundert, schaut man sich an, von wem er geschrieben wurde: Damon Lindelof. Ein Drehbuchautor für Serien, der noch nie irgend etwas mit Science Fiction zu tun hatte. Warum sich Ridley Scot ausgerechnet so jemanden dafür ausgesucht hat, ist ein Rätsel. Wie dem auch sei - nehmen wir den Film mal Stück für Stück auseinander:

- Technik

Dieser Film war der zweite 3D Film, den ich je besucht habe. Den ersten habe ich Mitte der 80er in der DDR gesehen, das war ein sowjetischer Naturfilm gewesen. Man hatte da noch diese Brillen, wo eine Seite rot und die andere grün war. Dieses Erlebnis damals hat mich so beeindruckt, dass ich mich heute noch lebhaft daran erinnern kann. Mir ist ein Schmetterling vor der Nase herumgeflogen. Einen solchen Eindruck hatte ich bei Prometheus 3D nicht. Das Geschehen spielte sich vorne auf der Leinwand ab. Ja es war dreidimensional, aber nur ein bischen. Dinge im Vordergrund erschienen näher, aber der Hintergrund war flach, es gab keine Tiefe, keine Weite. Gerade bei Landschaftsaufnahmen hat sich die Grösse nicht erschlossen. Da hatte man bei Herr der Ringe in 2D Besseres gesehen. Alles in Allem ist auch bei diesem Film das "3D" Feature nur ein Gimmick, das wohl über die Mängel des Films hinwegzutäuschen versucht.

Die Spezialeffekte an sich waren ok, also Raumschiffe, die Landung oder der Flug durch die Atmosphäre sahen wirklich cool aus. Auch die ganzen Details wie die Brücke oder die Technik an Bord des fremden Schiffes sahen fantastisch aus.

- Handlung

Üblicherweise sollte ja die Handlung eines Filmes das tragende Element sein und Spezialeffekte dieses nur unterstützen. In Prometheus ist die Handlung aber ein Witz und die Effekte unterstreichen den Witz noch, bzw führen das ganze ad absurdum. Da haben wir also diese Archäologen, die die erwähnten Hinweise verschiedener Zivilisationen auf eine identische Sternenkonstellation finden. Das ist alles, was sie haben. Aber aufgrund dieser Indizien behaupten sie, dass dort unsere Schöpfer zu finden seien - die "Konstrukteure", wie sie sie nennen. Da ist wohl Damon Lindehof beim Googeln einmal zu oft über irgendwelche obskuren Dänikenseiten gestolpert. Und ich nehme mal an, der Mann hat in seinem Leben noch nie einen Science Fiction gelesen, geschweige denndass er eine Ahnung von Wissenschaft hat.

Ganz abgedreht wird es, als die beiden Archäologen der Crew ihre "Theorie" vorstellen, wegen der sie unterwegs sind. Was sie tun, nachdem sie bereits vor Ort angekommen sind. Sehr realistisch. Welcher normale Mensch besteigt denn ein Raumschiff, ohne zu wissen weswegen? Aber ich schweife ab. Einer der Anwesenden (ein Biologe) wendet dann belustigt ein, wie sich das denn mit "300 Jahre Darwinismus" vertrage (schon bei diesem Begriff zeigt sich die Denke der Macher, die die Evoltuionstheorie als einen *Ism betrachten und nicht als ernstzunehmende Wissenschaft). Die Antwort der Archäologin: sie glaube daran. An der Stelle ist die Diskussion im Film beendet. Was für eine Katastrophe. Jeder halbwegs gebildete Mensch sollte doch eigentlich wissen, dass man in der Wissenschaft mit Beweisen und Fakten arbeitet und nicht glaubt. Anscheinend ist Ridley Scot unter die Kreationisten gegangen, das würde das erklären. Denn wenn man mit Kreationisten streitet (diskutieren kann man mit denen nicht), behaupten die auch immer, man würde an die Wissenschaft oder an die Evolution "glauben". Dabei bedeutet Glauben Nicht-Wissen. Im Sinne von Nicht-Wissenschaft. Junge Menschen, die diesen Film sehen, werden mit solchen subtilen Sequenzen indoktriniert, die Wissenschaft für Unsinn zu halten und den Glauben (woran auch immer) für wichtiger. Allein für diese eine Sequenz verdient der Film bereits die volle Punktzahl: 10 aus der Minuskiste.

Aber mal von diesem Däniken-Kreationisten-Gebräu abgesehen: wie kommt man darauf, dass ein Sternzeichen, das verschiedene unserer Vorfahren an die Wände gemalt haben, auf unsere Schöpfer hinweist? Wo ist da der Zusammenhang? Das ergibt nicht nur keinen Sinn, es ist einfach nur dämliche Scheisse.

Es kommt aber noch besser. Wie gesagt, finden sie auf dem Mond ein Raumschiff dieser "Konstrukteure" und darin die Überreste eines dieser Wesen. Sie nehmen eine Probe und stellen fest, dass die DNA identisch mit der unseren ist. Und dann freuen sich die beiden Wissenschaftler und proklamieren, ihre Theorie sei bewiesen, sie haben unsere Schöpfer gefunden. Aha. Einmal mehr haben die Fakten mit der Interpretation der Protagonisten nichts zu tun. Wenn man im Weltraum ausserhalb unseres Sonnensystems die Leiche eines Wesens findet, dessen DNA mit unserer übereinstimmt, dann heisst das nur, dass wir und dieses Wesen gemeinsame Vorfahren haben. Nicht mehr und nicht weniger. Wie um alles in der Welt kann man aufgrund dessen die Behauptung aufstellen, das diese Übereinstimmung beweist, dass das Wesen uns erschaffen hat?! Mir ist das unbegreiflich.

Dann haben wir den unvermeidlichen Androiden, der während des Hinflugs vorsorglich alle möglichen antiken Sprachen und Schriften lernen musste, während die Crew in Stasiskammern war. Wie praktisch, fallen einem die Schuppen von den Augen, als man sieht, wie der Androide dann anhand dieser Kenntnisse völlig unbefangen die Steuerconsole des Schiffes der "Konstrukteure" bedient. Es ist der Androide, der einem Behälter der in einer Kammer mit einem Steinkopf (dessen Bedeutung übrigens nie erklärt wird) eine Flüssigkeit entnimmt. Es scheint die gleiche Flüssigkeit zu sein, die am Anfang des Films einer der "Konstrukteure" zu sich nimmt und an der er dann stirbt (er löst sich auf). Woher der Androide weiss, was für ein Zeug das ist? Man weiss es nicht. Warum entnimmt er es heimlich? Man weiss es nicht. Warum verabreicht er es an den einen Archäologen? Man weiss es nicht. Der Archäologe wird davon dann krank und damit das Schiff nicht kontaminiert wird, wird er mit einem Flammenwerfer ohne lange zu fackeln (sic) platt gemacht. Es gibt ein bischen Geschrei, aber ansonsten scheint das die Standardmethode zu sein, mit solchen Problemen umzugehen. Die Szene dauert höchstens zwei Minuten und hat nichts menschliches an sich.

Später stellt sich heraus, dass der alte Weyland gar nicht tot, sondern an Bord ist. Da sehen wir einen jungen Mann, den man verzweifelt auf alt getrimmt hat. Er versucht krampfhaft gebeugt zu gehen und auf alt zu machen aber man sieht glasklar, dass es sich um einen Schauspieler in den besten Jahren handelt. Das Gesicht ist fleckenübersät, die Haare sind kaum noch vorhanden, aber es gibt wenig Falten, keine schlaffe Haut, keine hängenden Augenlieder, keine herunterhängenden Schultern, keine trüben Augen. Und das alles ohne Not. Warum hat Scot für die Rolle nicht einfach einen echten alten Mann genommen? Völlig unverständlich. Vor allem im Hinblick auf die sonstigen Spezialeffekte ist der alte Weyland ein mehr als peinlicher Patzer. Jedenfalls wird der Alte aufgeweckt. In der Szene sieht man auf einmal weitere Crewmitglieder, Leibwächter oder Wachen oder was auch immer die darstellen sollen. Die waren vorher nie zu sehen. Man muss sich das wie bei Startrek vorstellen, wo allenthalben irgendwelche Nonames durchs Bild gelaufen sind. Nur bei Startrek war bekannt, dass da mehrere hundert Leute an Bord sind. Die Prometheus jedoch (das Raumschiff der Menschen heisst Prometheus) ist ein ziemlich kleines Schiff. Dass da noch mehr Leute an Bord sind, als man am Anfang dachte, ist sonderbar. Und die treten auch später nicht mehr in Erscheinung.

Der Alte tapert nachher in das Schiff der "Konstrukteure", wo man einen von den "Konstrukteuren" gefunden hat, der noch lebt. Selbstverständlich weiss der Android wie man den aufweckt, was sie dann auch ohne Zwischenfälle tun. Der Konstrukteur erwacht und erhebt sich. Wir erinnern uns, dass die DNA von dem Typ mit der unseren übereinstimmt. Trotzdem ist er zwei Köpfe grösser und hat am Hals so etwas wie Kiemen. Die Menschen labern ihn voll, der Androide bequatscht ihn mit irgendeiner unbekannten Sprache und der Ausserirdische fängt auf einmal an, um sich zu schlagen. Es kommt zum Handgemenge, der Androide geht kaputt, der Alte geht zu Boden, die anderen flüchten. Dann nimmt der Ausserirdische sein Schiff in Betrieb. Selbstverständlich weiss die überlebende Archäologin, dass er vorhat, zur Erde zu fliegen um die Menschheit zu vernichten (mit der erwähnten Flüssigkeit, die den Körper auflöst, mit der ein Lagerraum des Schiffes randvoll gefüllt ist). Die verbleibende Crew an Bord der Prometheus steuert das menschliche Schiff in einem Kamikazemanöver in das fremde Schiff, welches dann abstürzt.

Da hat doch jemand zu viel Grass geraucht! Warum greift der "Konstrukteur" die Menschen und den Androiden an? Und was hat der Androide überhaupt zu ihm gesagt (da waren keine Untertitel dabei)? Und woher wussten die überhaupt, dass die Flüssigkeit etwas schlimmes ist? Immerhin hatte der Androide dem anderen Archäologen etwas davon heimlich verabreicht. Keiner wusste davon und keiner hat ihn nachher untersucht. Auch nicht, nachdem er - auferstanden von den Toten wie ein Zombie (ja sogar Zombieelemente hat der Film, man muss ich das mal vorstellen!) - nochmal verbrannt worden ist. Der Androide hat auch niemandem davon erzählt. Aber allen war klar, die Flüssigkeit in den Behältern ist was schlimmes, gedacht, die Menschheit zu vernichten. Eine weitere dieser Schlussfolgerungen, die ohne jede Faktenlage getroffen wurde. Einfach so, weil es der Drehbuchautor so hingeschrieben hat.

- Widersprüche zu Alien I

Prometheus soll ja ein Prequel zu Alien I sein. Da sind sie bei mir ja richtig, immerhin habe ich Alien I mindestens zwanzig mal gesehen und ich liebe die Alienfilme. Die waren legendär und nichts hat sie bisher übertrumpft. Ein Meisterwerk.

Am Ende des Films stürzt das Schiff der Konstrukteure ab und landet nachher genausso, wie es da lag, wie sie in Alien I das fremde Schiff gefunden haben. Allerdings erinnern wir uns, dass dieses fremde Schiff in Alien I eigentlich dort tausende oder gar millionen Jahre lang so rumgelegen ist, so viel Staub hatte sich da angesammelt. Trotzdem will uns dieser Film weismachen, Menschen hätten das Schiff zum Absturz gebracht wo es später andere Menschen gefunden hätten - aber sicher keine tausenden Jahre danach.

In Alien I haben sie einen toten Ausserirdischen gefunden. Er saß in einem Sessel und über sich so etwas wie ein Fernrohr. In Prometheus hat man diesen Raum recht gut nachgebildet, es ist klar, dass es derselbe Raum sein soll. Nur, dass der einzige lebende "Konstrukteur" nach dem Absturz sein Schiff verlassen hat, um die überlebende Archäologin zu verfolgen. Und der ist dann ab Bord einer Notfallkapsel von einem Alien getötet worden. An Bord seines Schiffes auf dessen Brücke war also keiner dieser "Konstrukteure". Obwohl man in Alien I dort einen gefunden hat. Dass Lindelof den Film Alien I nicht gesehen hat, wundert mich nicht. Aber dass Scot über solche Details nicht gestolpert ist - kann ich mir nicht erklären. Aber kommt noch besser.

Aus Alien I wissen wir, dass die Struktur, die wie Knochen aussah, tatächlich Knochen war. In der Mitte von innen aufgebrochen wie wir wissen, von einem geschlüpften Alien, verursacht. In Prometheus jedoch wurde aus den Knochen eine Art Anzug gemacht, der schöne, gruselige ausserirdische Schädel, den wir aus Alien I kennen, wurde zum Helm gemacht. Und darunter kommt ein Wesen zum Vorschein, dass uns Menschen recht ähnlich sieht, bis auf die Kiemendinger am Hals. Stimmt das mit Alien I überein? Nein, kein bischen.

Faszinierend war in Prometheus die Technik, vor allem an Bord des irdischen Raumschiffes. Coole holografische Displays und allerlei leuchtende 3D Gimmicks. Der Film soll aber ein Prequel sein. Und in Alien I haben sie normale Monitore auf der Brücke gehabt. Der aber später handeln soll, als Prometheus, die jedoch wesentlich fortschrittlicher ausgerüstet ist, als die Nostromo es war. Wir kennen das vom neuen Startrekfilm, der auch ein Prequel war und trotzdem moderner ausgestattet war, als alle Startrekfilme davor. Aber Startrek ist Startrek. Das ist kein Science Fiction, der Anspruch auf Realismus hat. Aber Alien war gerade wegen seines Realismus so erfolgreich. Wahrscheinlich haben sie sich gedacht, hey die Handlung ist es so dünn, lasst uns wenigstens das Raumschiff cool gestalten. Cool sah es aus, ohne Zweifel. Aber für ein Raumschiff, das älter als die Nostromo sein soll, absolut inakzeptabel. Oh - und es gab doch tatsächlich einen Holotisch. Ja, den kennen wir aus Avatar. Genau so einen. Identisch. Sogar die darüber schwebenden Statusanzeigen mit irgendwelchen Zahlen waren mit dabei. Wenn die in Alien I sowas gehabt hätten... ach nee, das fand ja danach statt, da gab es sowas noch nicht, äh nicht mehr, äh ... Grundgütiger!

Und die Aliens. In Alien I waren die gruselig und schrecklich. Neben Ripley hatten sie die Hauptrolle, ein tragendes Element. In Prometheus war die Rolle der Aliens unbedeutend und undurchschaubar. Da gab es solche Würmer, aus denen später so eine Art Schlangen wurden. In zwei Fällen haben sie Menschen angegriffen (durch den Hals, wie man es kennt). Aber die hatten keine Greifarme, wie wir das aus allen Alienfilmen kennen, sondern eher Tentakel. Wieso diese Änderung? Unbegreiflich. Und anscheinend sind die anfänglichen Würmer aus dieser Flüssigkeit enstanden, die an Bord des Schiffes der "Konstrukteure" in diesen konisch geformten Behältern eingelagert waren. Warum? Das wird nicht erklärt. Und der erwähnte gegrillte Archäologe hatte Sex mit der überlebenden Archäologin, die wiederum dann schwanger war. Mit einem Alien. Das ist etwas völlig neues. Warum jetzt das? Und während es keinem einzigen Befallenen in allen Alien und Alien vs. Predator Filmen je gelungen ist, den Parasiten, der in ihnen wächst, loszuwerden - der Archäologin ist es gelungen, denn sie hat ihn sich selbst in einem automatischen Operationstisch per Kaiserschnitt entfernt. Wie soll das zusammenpassen? Warum so viele Abweichungen? Ich bin erschüttert.

Mir hat sich auch der Zusammenhang zwischen der Flüssigkeit und den Aliens nicht so recht erschlossen. Ich dachte, die Flüssigkeit, sei das Zeug, das einen Körper auflöst. Das hat man nämlich gesehen, als sich der Körper des Archäologen so zersetzte. Er hat so schwarze Flecken bekommen, Verformungen und so weiter. Und die waren identisch zu den Symtomen des "Konstrukteurs" in der Anfangssequenz des Films, der mit dem Zeug aus unerklärlichen Gründen Selbstmord begangen hatte. Im Auge des Infizierten hat man auch einmal so ein kleines Würmchen gesehen. Ist das aus dieser Flüssigkeit entstanden? Und wurde dann beim Sex auf die andere Archäologin übertragen? Absolut unklar alles. Auf jeden Fall bietet der Film nicht den Hauch einer Erklärung, woher die Aliens aus Alien I gekommen sind oder was diese "Konstrukteuere" mit denen zu tun hatten.

Es wird zum Beispiel auch nicht gezeigt, warum die Schiffe der "Konstrukteure" überhaupt auf diesem Mond geparkt sind. An Bord des Schiffes, dass die "Forscher" untersuchen, finden sie diverse Leichen der "Konstrukteure" und ihnen wird einmal eine Re-Animation gezeigt, wie die Fremden durch ihr Schiff laufen, als ob sie verfolgt würden. Von Aliens wahrscheinlich. Ich als alter Alienfreak weiss das. Mein Stiefsohn wusste es nicht. Er hat das überhaupt nicht verstanden. Und zwar nicht weil er begriffstutzig ist, sondern weil es der Film nicht schafft, auch nur die simpelsten Zusammenhänge logisch und nachvollziehbar zu erklären.

Wenn die "Konstrukteure" diese Flüssigkeit, aus der anscheinend die Aliens entstehen können UND die einen Körper auflösen kann (genau weiss ich es nicht), erschaffen haben, warum hatten sie dann nicht das Knowhow um damit zurechtzukommen und nicht selbst Opfer davon zu werden? Macht das irgendeinen Sinn? Und wenn sie es nicht erschaffen haben, warum haben die dann das ganze Schiff voller Behälter die das Zeug enthalten? Und warum lag in der Kommandozentrale ein "Konstrukteur" in einer Stasiskammer, lebendig, während seine Kollegen draussen vor der Tür längst versteinert waren? Wieso ist er in die Stasis gegangen? Oder wieso wurde er nicht geweckt, als seine Leute draussen starben? Warum ist er nicht wie anscheinend geplant, gestartet und zur Erde geflogen, um den Plan trotzdem umzusetzen?

Diese Story hat sich ein Vollidiot ausgedacht.

- Cast

Die schauspielerischen Leistungen waren insgesamt unterirdisch. Einzig Michael Fassbender als Androide war überzeugend und gut gespielt. Alle anderen waren schlecht. Selbst Noomi Rapace, die ich als sehr gute Schauspielerin aus der Millenium-Trilogie in Erinnerung habe, war blass und unauthentisch. Charlize Theron war wohl überhaupt nur dabei, damit Scot mit einem Star glänzen konnte. Geleistet hat sie in dem Film nichts. Und den alten Mann erwähnte ich ja schon, wer auch immer den gespielt haben mag, es ist mir auch egal.

Wobei man entschuldigend einwerfen muss, dass die Story so schlecht ist, dass man den Schauspielern eigentlich keinen Vorwurf machen kann. Man kann eben nicht aus Scheisse Bonbons kochen.

- Fazit

Der Film ist eine Enttäuschung. Wie sehr hatte ich mich darauf gefreut und dann so was. Gäbe es nicht die teuren Spezialeffekte, würde ich den Film unter B-Movie einordnen. Er hat mit Alien nichts zu tun. Die Handlung ist sprunghaft, zerhackstückelt, zusammenhang- und sinnlos. Es gibt haufenweise logische Fehler, ausgemachte Dummheiten, gar infame Lügen, kreationistische Propaganda und Amateur-"Archäologie" die sogar unter Dänikens Niveau ist. Der Film nimmt sich keine Zeit, etwas zu erklären, zu erzählen. Man hat das Gefühl, der Drehbuchautor hat aus allen möglichen dubiosen esotherischen Quellen hier und da was herausgepickt und das dann krampfhaft zusammengepappt, lieblos und ahnungslos, ja inkompetent. Die Charaktere werden nicht eingeführt, sie sind farblos, austauschbar, uninteressant, redundant.

Auf dem Cover des Films ist ein Steinkopf zu sehen, der auch im Film auftaucht. Er befindet sich an Bord des Schiffes der "Konstrukteure". Der Kopf hat keine Bedeutung in dem Film. Auch die Referenz zum antiken Prometheus ist unerklärlich, abgesehen davon, dass das Schiff so heisst. Warum dieser Steinkopf das Titelbild des Films ist, macht keinen Sinn. Er hat nichts mit der Handlung zu tun, taucht nur einmal kurz auf und ist bedeutungslos. Anscheinend soll seine Verwendung auf dem Cover die grundsätzliche Bedeutungslosigkeit (oder Ahnungslosgkeit) des gesamten Films unterstreichen. Insofern ist das Cover als gelungen zu bezeichnen.

Scot redet sich heraus (man kann das bei Wikipedia nachlesen), dass der Film noch zu viele Fragen unbeantwortet lässt und er eventuell noch einen Sequel nachliefern muss. Ich glaube, der Mann leidet unter kognitiver Dissonanz. Der Film lässt nicht einfach Fragen unbeantwortet (was an sich ja nichts schlimmes sein muss, Alien I lässt eine Menge Fragen unbeantwortet und ist trotzdem ein Meisterwerk!), sondern macht sich erst gar nicht die Mühe, die richtigen Fragen zu stellen. Und logische Widersprüche, durch Unwissenheit oder Desinteresse verurachte Fehler und ideologisch verbrämte Lügen sind keine "offenen Fragen", die ein weiterer Film zu beantworten hätte.

Es ist traurig. Und ich frage mich, was aus Ridley Scot nur geworden ist. Welcher Gehirnwäsche er sich wohl unterzogen hat. Warum ein solcher Meister so einen schlimmschlechten Film fabriziert hat. Dieser Film ist das dramatische Ende von Ridley Scot. Und wenn man sich die Science Fiction Filme der letzten Zeit ansieht, scheint das ein allgemeiner Trend zu sein. Im Grunde ist Science Fiction im Kino erledigt. Wenn überhaupt, dann hat dieser Film den Genre den Todesstoss versetzt.


Update 02.05.2013 12:54:

Wie sich herausstellt, beinhaltet der Film noch mehr Fehler! Und zwar ist die ganze Herangehensweise der Archäologen den Tempel zu untersuchen, komplett unrealistisch und falsch.


Update 22.04.2014 19:49:

Wah, noch mehr Unsinn:

Und da ist eine Menge haarsträubender Quark dabei, den ich noch gar nicht auf dem Radar hatte!


12.08.2012 10:55 CC0 kritik scifi Kino

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7 Kommentare zu Prometheus - der letzte Science Fiction Film - Updated 22.04.2014 19:49

#1 Auchein Thomas meinte am 16.03.2014 21:47:
Bin zufällig über den Kommentar zu Prometheus gestolpert. Eindeutig hat der Verfasser den Film NICHT begriffen. Da lt. Impressum Softwareentwickler, hätte ich mir mehr Phantasie erwartet, und mehr logische Schlüsse. Gerade z.B. die Monde LV426 und LV223 "gleichzusetzen" zeigt von einem gewissen Unverständnis - ginge es um eine Softwareentwicklung würde ich sagen "Spezifikationen nicht gelesen". Und wenn man sich uns Menschen ansieht, wie sehr wir versuchen Maschinen in unserem Bild zu schaffen - warum sollten das nicht auch die "Constructurs"? Für mich sieht der ganze Kommentar zum Film aus, als ob jemand versucht, seinen Frust über irgendwas auszulassen. Der Film war großartige Unterhaltung. Ich hoffe stark auf eine Fortsetzung.
#2 Tom meinte am 17.03.2014 09:24:
Servus,

also zunächst wäre es höflicher gewesen, mich in direkter Rede anzusprechen anstatt in dritter Person. Zum anderen wüsste ich nicht, was die Tatsache, dass ich Softwareentwickler bin, mit diesem Kommentar zu tun hat. Als ob Softwareentwickler mehr Fantasie als andere Menschen haben müssten. Das ist absurd.

Zum Kommentar selber: ich habe die Monde LV426 und LV223 nirgends gleichgesetzt. Und das tut auch gar nichts zur Sache. Aber das nur nebenbei.

Ansonsten haben Sie natürlich Recht, ich habe den Film tatsächlich nicht begriffen. Ich glaube aber nicht, dass das an einem Mangel meiner Intelligenz liegt, sondern eher an den unfassbar vielen Fehlern in dem Film, die ich in meinem Artikel eigentlich leicht verständlich aufgezeigt habe. Frustriert war ich in der Tat, allerdings nicht über mein Unvermögen dem Film etwas abzugewinnen, sondern eher darüber, dass der Film kontextuell so wenig in die Alien-Reihe passt.

Die anderen Alienfilme waren Science-Fiction. Das Wort "Science" in den Zusammenhang hat schon eine Bedeutung: die Fiktion hat eine wissenschaftliche Grundlage. SciFi ist immer ein "Was wäre, wenn?" Spiel, bei dem man den wissenschaftlich-technischen Entwicklungsstand von heute in die Zukunft extrapoliert. Das haben die ersten Filme alle hervorragend gemacht. Die Grundlage von Prometheus hingegen ist esotherischer Aberglauben und Religionswahn. Klar, dass nicht immer jedes Detail in einem ScFi Sinn machen muss. Aber eine solche Häufung von offensichtlichem Schwachsinn in nur einem Film disqualifiziert ihn als SciFi. Prometheus ist ein Fantasyfilm. Der mag unterhaltsam sein, von mir aus - aber das ist ja bekanntlich eine Geschmacksfrage.

Trotzdem Danke für den Kommentar.

Gruss, Tom
#3 Robert Wägner meinte am 22.06.2014 19:09:
Du, Tom, hast mit Deinem Kommentar den Nagel auf den Kopf getroffen und alles zu diesem furchtbaren Film gesagt, was es zu sagen gibt. Wer einen derartigen Schwachsinn als "großartige Unterhaltung" betrachtet und auch noch auf einen zweiten Teil hofft, hat Spaß an leichter Kost - um nicht zu sagen: ist leicht zufrieden zu stellen. Der Film ist nur Müll. Durch und durch.

Aber halb so schlimm wird es für einen Alien-Fan (ich nur Teil 1-3, def. nicht Teil 4!!!), wenn man diesen Film nicht als Prequel zu Alien 1 betrachtet, sondern nur als irgendeinen Film, der zufälligerweise nur eine Gemeinsamkeit mit Alien 1 hat (ident. Aussehen und Lage des Alien-Raumschiffs auf unterschiedlichen(!) Himmelskörpern). Wenn man zu Alien 1 doch noch mal ein Prequel versuchen sollte, müsste im Vorspann "Forget Prometheus" stehen.

Im Oktober kommt das Spiel "Alien:Isolation" raus. Die Story klingt ziemlich gut (Ein Mix aus Teil 1 & 2) und die bisher gesehen Trailer lassen viel versprechen. Das könnte noch mal was sein.
#4 opa grampz meinte am 21.07.2014 13:11:
("Und während es keinem einzigen Befallenen in allen Alien und Alien vs. Predator Filmen je gelungen ist, den Parasiten, der in ihnen wächst, loszuwerden - der Archäologin ist es gelungen, denn sie hat ihn sich selbst in einem automatischen Operationstisch per Kaiserschnitt entfernt.")

Wurde nicht Ripley so ein ding rausgeschnitten ? Am Anfang des 4.Filmes glaube ich. peace
#5 Marco meinte am 21.07.2014 13:40:
Hallo zusammen,

perfekt ist der Film nicht, aber doch alles andere als "furchtbar"!

In der Tat finden sich viele Dinge nicht erklärt werden oder auch ein hohes Fragepotential besitzen, aber es ist doch wiederum gut, dass man so Gesprächsstoff und Interpretationsfreiheiten hat.

Ich denke im Kern gibt es kein Richtig und kein Falsch in diesem Film - es gibt nur Thesen (kleiner Sietenhieb auf David :-)

Hier mal meine:

Ich denke, dass es sich bei der schwarzen Flüssigkeit um ein DNA-Gift, DNA-Manipulierer, DNA-Beschleuniger handelt, der sich mit verschiedenen Spezies kreuzen kann und enstprechendes anrichten kann.

Der Film ist in mancherlei Hinsicht die Evolution im Hyperspeed Modus:

Die Konstrukteure konnten das "schwarze Zeug" nicht handlen bzw. irgendetwas ist passiert (z.B. unkontrolliert ausgreten und mit anderen Lebensformen in Verbindung gekommen und dann mutiert usw.) so dass die Konstrukteure daran verendet sind.

Der Saal mit dem großen Kopf und den vielen Behältern wirkt wie ein Schrein. Der große Kopf mutet wie ein religiöses Abbild an, welches von den Konstrukteruren vergöttert wird. Die Konstrukteure selbst wiederum sehen alle gleich und irgendwie "künstlich" aus, was darauf hindeuten könnte, dass Sie selbst "Geschaffene" sind, nach dem Abbild IHRES Gotts.

Zurück zum Saal: Alles was hier passiert sind Mutationen.

Als der Wissenschaftler durch das Getränk sich damit infiziert hat dies eine DNA-Veränderungen in ihm zur Folge.

Dieses geänderte Erbgut gibt er an Shaw weiter, die dann einen mutierten Fötus in sich trägt - der wie wir später sehen KEIN klassisches Alien ist wie wir es kennen.

Erst als sich zum Schluss die Verbidnung mit einem der Konstrukteure ereignet kommt eine weitere Mutation zu Tage: UNSER klassisches Alien! So gehe ich auch davon aus, dass das Alien aus der Schlussszene das erste Alien dieser Art ist. Eine Kreuzung mehrer Spezies!

Abschliessend noch meine Erklärung zur Frage: Wieso wollen die Konstrukteure die Menschheit vernichten?"

Meine Erklärung ist, dass der Konstrukteur aus de Startsequenz auf der Erde im Exil ist (warum auch immer) und sich (ich mache es mal kurz) mit der schwarzen Brühe selbst tötet und die Menschheit als nicht eingeplanter Unfall daraus entsteht.

Die Konstrukteure wollen diesen Unfall wieder rückgängig machen.

PS JA - ich habe den Film gestern im Free-TV gesehen und dachte mir daher, das wäre der günstigste Zeitpunkt für meinen Kommentar :-)
#6 Leakto meinte am 21.07.2014 14:46:
Herrlich, wenn sich Leute über etwas auslassen, dass sie nicht verstehen. Ihr Kommentar zum Film strotzt nur so von groben Fehlern, falschen Interpretationen, und nich begriffenen bzw. erkannten Informationen, die im Film mehrmals gezeigt, von Ihnen aber ignoriert werden. Wenn man keine Ahnung hat... den Rest kennen sie ja wahrscheinlich :)
#7 Jolly meinte am 12.09.2014 01:02:
Ich sehe den Abriß des Films nicht als "falsch interpretiert" oder "nicht verstanden" an. Wer sich diesen Film auf Gedeih und Verderb schönredet, hat einfach andere Ansprüche, die ein Film für ihn/sie/es erfüllen muß. Ich für mich mag es nicht sonderlich, wenn Dinge kurz aufblitzen, aber danach nie wieder Erwähnung finden oder gar auch nur mal erklärt werden.

Sicherlich tauchen in dem Artikel ein paar Unstimmigkeiten auf, die allesamt aber nicht darauf zurückzuführen sind, dass jemand den Stoff nicht verstanden habe. Zum Beispiel der angebliche Zombie: Dieser ist erstmal gar keiner und es ist auch nicht der Forscher (Holloway), der von der Missionsleiterin in spe niedergefackelt wird. Dass man aber selbst beim zweiten, dritten, vierten Mal anschauen auf derlei Schluß kommen kann, liegt auch daran, weil die Szenen den Akt der Verbrennung zwar darstellen, mehr aber auch nicht - es verpufft einfach und verdeutlicht die Aneinanderreihung von episodischen Eindrücken, bei der sich selten auch nur eine auf die andere auszuwirken scheint. Liegt er fortan als Häufchen Asche auf der Rampe? Wird er herzlos einfach in die Landschaft geworfen? Wird noch am ihm herumuntersucht? Keiner weiß es, niemand will es wissen - jeder der Crew ist in Bezug auf die Mitteilnehmer der Expedition emotionsloser als die Schiffshülle... Als dann in der Nähe der Rampe aber noch ein scheinbar männliches Crew-Mitglied mit zerdeppertem Helm auftaucht (zuviele zerdepperte Helme...), ist die Verwechslungsgefahr schon allein deshalb so groß, weil die Charaktere so absolut austauschbar und bar jedweder Tiefe sind. Einzig das Helmdisplay gibt Hilfe, indem es jeweils die Namen anzeigt, die man sich aber ohnehin kaum noch merkt: Es war Fifield, der grummelige Kiffer-Geologe, der doch Steine so sehr liebt und der in dem Raum mit dem Steinkopf ja später nicht aufgefunden wurde, was man aber nie wirklich merkt, weil der Schnitt viel zu schnell die Themen wechselt. Er starb dort zuvor also nicht, man sah nur, wie ihm der Helm aufs Gesicht schmolz und sich das dazu noch mit der schwarzen Substanz mischte. Bei ihm hatte die "aufgedapfte" schwarze Substanz also den Effekt, dass er (endlich) wieder brav zurück zum Schiff fand und dort schließlich Amok lief.

Außerdem sind die Höhlengänge nicht gleichbedeutend mit dem Inneren des Schiffs, denn das wird erst später zum ersten Mal von David betreten, während der Rest die beiden Forscher suchen geht.

Dass sich der ganze Film zudem auf einem gänzlich anderen Mond/Planeten/Asteroiden abspielt als das irgendwann darauffolgende Spektakel aus "Alien", liegt nur daran, dass der Kurs des ursprünglichen Drehbuchs umgeschrieben wurde, so dass "Prometheus" nicht sofort in "Alien" ausufert, sondern es läuft nun auf eine Trilogie hinaus und bis dahin sind sicherlich noch viele Himmelskörper mit dem einst so geheimnisvollen Cockpit einer fremdartigen Rasse, die etwas Gefährliches an Bord hat, überfrachtet, damit der Fund durch die Nostromo nicht ganz so zufällig passieren muß.

Allerdings mußte schon zu Beginn des Filmes klargeworden sein, wieso es nicht wirklich den Space Jockey aus "Alien" enthalten konnte: Der war versteinert und die Jahreszahl 2093 in "Prometheus" gab vor, dass die Nostromo bereits kein halbes Jahrhundert später auf diesen treffen würde.

Vieles wurde durch "Prometheus" dennoch entmystifiziert, wenn man sich fast nur am Film-Kanon hält und Comics wie auch Romane außen vor läßt (ich bin ohnehin eher dazu geneigt, halbprofessionelle Fanfictions aus dem Kanon herauszulassen): Der Space-Jockey ist ein menschenähnlicher Riese, der nur eine Art Knochen-Anzug trägt und die Xenomorphs sind eine erschaffene biologische Waffe. Ernüchternd, wenn man sich vor Augen hält, wie spannend es war, sich all die Fragen und Möglichkeiten vorzustellen, mit denen uns (oder nur ein paar von uns) "Alien" im All alleine zurückließ. Dieser Film hatte die richtige Dosis, etwas anzudeuten, aber nichts weiteres dazu zu erläutern, denn der Space Jockey war ja nicht tragend für die Filmhandlung. Außerdem enthielt dieser Film für viele die Idee: "Der wahre Konflikt findet ganz so woanders statt und wir Menschen sind außen vor." In "Prometheus" wird dieses Konzept aber gänzlich umgeworfen, der Mensch ist wieder im Zentrum der Dinge oder steht zumindest so ziemlich im Fokus der Geschehnisse.

Als ich die Trailer sah, war ich fast schon wieder fasziniert davon, dass die Geschichte offenbar komplett neu interpretiert wird, denn anstelle von Eiern sah man urnenartige Gefäße (ich wußte ja nicht, dass dort drin dann nur schwarzes Zeug sein sollte). Das scheinbare Exoskelett des Space Jockeys war nur ein Anzug (Größenunterschiede zu "Alien" mal außen vor) uvm.. Aber stattdessen sollte sich "Prometheus" zu einem Prequel mausern, das doch keines sein wollte und dann wieder doch - nur nicht so ganz. Nie hat mich ein Film so im Dunkeln tappen lassen und nach Recherchieren über die einzelnen Bedeutungen so sehr doch immer noch weiter zu enttäuschen gewusst. Desillusionierend sind hierzu auch die Kommentare und Interviews (http://www.movies.com/movie-news/ridley-scott-prometheus-interview/8232) der Macher, allen voran Scott und Lindelof (http://www.thesuperficial.com/prometheus-review-space-jesus-ridley-scott-damon-lindelof-07-2012).

Es ist schön, wenn man sich zu einem Film auch noch Gedanken machen kann und in seinen möglichen Auslegungen Diskussionsgrundlagen bestehen. Aber dieser Film, in seiner hochgezüchteten Bildgewalt und dem immensen Budget, strotzt vor Löchern im Plot und der Logik. Ein Film muß auch für sich funktionieren und nicht, indem man sich mühsam Blog-Einträge und Interviews von den Machern zu Gemüte führen muß, um auch nur irgendeine Art von Logik oder Erklärung in den Bildern und der Handlung zu finden. Denn dann spätestens läuft etwas schief - aber nicht beim Publikum.

Als Beispiel: Beim Betreten der Höhlengänge besieht sich David recht schnell ein paar (eingemeißelten?) riesigen Schriftzeichen, von denen sonst keiner der achso forschenden Wissenschaftler Notiz nahm und bemerkt daran eine Art grünen Schleim. Ein Alien-Veteran würde jetzt aufhorchen, denn dies war seit jeher die indirekte Ankündigung des baldigen Auftauchens xenomorphen Besuchs. Hier? - nichts. Es wurde weder erwähnt, erklärt, nochmal aufgenommen und durch die darauffolgende Entdeckung sogar wieder etwas ad absurdum geführt: Sollte der Schleim echt seit zwei Jahrtausenden dort frisch herumhängen? So oder so ähnlich verpuffen während während des Films Andeutungen, Symbole und Anspielungen. Wenn man mich fragt, der wahre Bodycount in dem Film, da ihm auf die Art mehr als nur die Crew brav der Reihe nach zum Opfer fällt.

Wobei, eines wundert mich doch: Wenn man bedenktm wie unbedarft Otto Normalkinogänger auch ist, gerade der stolpert nicht darüber, dass er am Ende völlig im Dunkeln tappt? Nerds und selbsternannte Alien-Forscher finden nämlich in der ein oder anderen Kameraeinstellung noch ein paar Insider und/oder können daher eine Art Verbindung herleiten, andere aber verfügen meist nicht über Vorkenntnisse und gerade DANN strotzt der Film doch nur so von Inkonsistenz und Brüchen - sowohl im Plot als auch in der Logik. Es sei denn, man ist befähigt, jedweden Anspruch an einen Film komplett abzustellen, wie das Licht zur Vorführung. Der Film zeigt zum Einen die Starseed-Theorie, so kann man auch nach Scott den Beginn interpretieren: Die Ursuppe wird um die Aminosäuren des Fremden bereichert (nicht, wie so oft gesagt wird, um die DNS [sic!], denn die löst sich ja geradezu auf in der Sequenz). Außerdem - und das hat mich persönlich schockiert - behandelt es die Theorie zum Space Jesus. Okay, Scott rudert in dieser Sache wieder zurück und meint, es gehöre zum früheren Skript-Entwurf, aber in Sachen Prequel rudert er ja auch hin und her. Der Film ist nicht erst auf dem zweiten Blick überfrachtet mit christlichen Symbolen: Das Kreuz taucht oft genug auf und es ist auch das einzige, das Shaw am Ende des Films zurückfordert, als sie bereits alles andere verloren hat - selbst ihren Glauben in die Wissenschaft. Auf einem nur kurz eingeblendeten Relief ist außerdem ein Xenomorph erkennbar, in einer Art Kreuzpose (der einzige wirklich direkt von H.R. Giger stammende Beitrag zum Design dieses Films btw.). Der ganze Raum (, der sich btw. NICHT an Bord des fremden Schiffes befindet, denn dieses wird vor David von keinem anderen betreten/gesehen/erkannt) mit dem riesigen Kopf erscheint fast wie ein Altar zu sein - gut, das mutet nicht unbedingt christlich an, allerdings zumindest religiös. Außerdem findet die Haupthandlung des Films während Weihnachten statt und der in der letzten Szene gezeigte Xenomorph wird auch zu dieser Zeit "geboren". Dann noch der Hinweis auf die Datierung vor etwa 2.000 Jahren. In einem Interview zu einer früheren Skript-Version lag der Grund der Fremden für die beabsichtigte Auslöschung der Menschen darin, dass sie mit Jesus einen der ihren gekreuzigt hätten. Warum also noch wesentliche Fragmente dieser Version in diesem Film enthalten sind, ohne dass sie diesen Bezug besitzen sollen, bleibt mir unverständlich.

Zu einer guten Story gehören - neben der Story(!) - auch tragende Charaktere. Ausgerechnet der Androide bleibt einem aber am meisten im Gedächtnis, weil der Rest des Casts nur in Abwesenheit von Glaubwürdigkeit, Tiefe und Emotion glänzt. Es gibt keine echten Wandlungen oder Reifungsprozesse. Die gesamte Crew ist gesichtslos, austauschbar und besteht handlungstechnisch nur aus Androiden. Das dann also jedes Hilfsmittel fehlt, um den Plot in irgendeine sinnvolle Richtung zu bewegen, machen schöne Bilder und Effekte auch nicht wett. Der Zuschauer wird zum Forscher: Er versucht zu ergründen, was zur Hölle er sich da eigentlich gerade ansieht.

Muß ein SF-Film undedingt logisch sein? Oh nein, aber zumindest ein Stück weit glaubwürdig. Die "willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit" ist nämlich nicht grenzenlos, sonst müße in derlei Filmen absolut gar nichts mehr erklärt werden, da nichts zusammenhängen können muß oder nachvollziehbare Regeln einzuhalten hätte.

Muß man für alles eine Erklärung haben? Wahrscheinlich auch das nicht, aber ich betrachte einen Film - auch einen Hollywood-Blockbuster - gerne etwas tiefer, als dass ich ihn mir nur ansehe und mich damit amüsiere. Ich möchte mich nicht nur berieseln lassen, sondern brauche auch glaubwürdige Geschichten/Charaktere/Hintergründe, in die ich dann eintauche. Sonst verliert es für mich seinen Sinn, sich einen Film auch nur anzusehen, wenn man ja nicht weiter darübernachdenken können sollte. Gesehen, vergessen - so konsumiere ich Geschichten nicht.

Ich möchte für mich den Film unter ein darin enthaltenes Zitat stellen: "The trick is, not minding that it hurts." und so geht man dann auch am besten aus der Filmvorführung heraus - ohne Schmerzen (zumindest keine, die einem was ausmachen sollten).

Schade nur für jene, die Dinge nicht einfach nur abhaken können...


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