Prometheus - der letzte Science Fiction Film - Updated 22.04.2014 19:49

 

Ich war gestern mit Sohnemann im Kino und habe Prometheus gesehen. Ich bin maßlos enttäuscht und das auf vielen Ebenen. Da weiss ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Sehen wir uns mal die Handlung an, die in kurzen Sätzen erzählt ist: Archäologen finden auf diversen Schrifttafeln und Höhlenzeichnungen Hinweise auf eine Sternenkonstellation, das sie dahingehend deuten, dass dort unsere Schöpfer seien. Der Weylandkonzern rüstet eine Mission aus und man fliegt hin, findet ein Raumschiff einer anderen Spezies (unserer Schöpfer), die wohl vorhatten, die Menschheit wieder zu vernichten plus hier und da eingestreute Aliens (die aber nur eine Nebenrolle spielen). Unsere Vernichtung wurde verhindert, eine Archäologin ist mit einem dieser fremden Schiffe abgehauen um die Schöpfer zu suchen und die anderen sind gestorben. Fertig.

Dieser Plot ist hanebüchen, dünn, substanzlos und unkreativ, was nicht verwundert, schaut man sich an, von wem er geschrieben wurde: Damon Lindelof. Ein Drehbuchautor für Serien, der noch nie irgend etwas mit Science Fiction zu tun hatte. Warum sich Ridley Scot ausgerechnet so jemanden dafür ausgesucht hat, ist ein Rätsel. Wie dem auch sei - nehmen wir den Film mal Stück für Stück auseinander:

- Technik

Dieser Film war der zweite 3D Film, den ich je besucht habe. Den ersten habe ich Mitte der 80er in der DDR gesehen, das war ein sowjetischer Naturfilm gewesen. Man hatte da noch diese Brillen, wo eine Seite rot und die andere grün war. Dieses Erlebnis damals hat mich so beeindruckt, dass ich mich heute noch lebhaft daran erinnern kann. Mir ist ein Schmetterling vor der Nase herumgeflogen. Einen solchen Eindruck hatte ich bei Prometheus 3D nicht. Das Geschehen spielte sich vorne auf der Leinwand ab. Ja es war dreidimensional, aber nur ein bischen. Dinge im Vordergrund erschienen näher, aber der Hintergrund war flach, es gab keine Tiefe, keine Weite. Gerade bei Landschaftsaufnahmen hat sich die Grösse nicht erschlossen. Da hatte man bei Herr der Ringe in 2D Besseres gesehen. Alles in Allem ist auch bei diesem Film das "3D" Feature nur ein Gimmick, das wohl über die Mängel des Films hinwegzutäuschen versucht.

Die Spezialeffekte an sich waren ok, also Raumschiffe, die Landung oder der Flug durch die Atmosphäre sahen wirklich cool aus. Auch die ganzen Details wie die Brücke oder die Technik an Bord des fremden Schiffes sahen fantastisch aus.

- Handlung

Üblicherweise sollte ja die Handlung eines Filmes das tragende Element sein und Spezialeffekte dieses nur unterstützen. In Prometheus ist die Handlung aber ein Witz und die Effekte unterstreichen den Witz noch, bzw führen das ganze ad absurdum. Da haben wir also diese Archäologen, die die erwähnten Hinweise verschiedener Zivilisationen auf eine identische Sternenkonstellation finden. Das ist alles, was sie haben. Aber aufgrund dieser Indizien behaupten sie, dass dort unsere Schöpfer zu finden seien - die "Konstrukteure", wie sie sie nennen. Da ist wohl Damon Lindehof beim Googeln einmal zu oft über irgendwelche obskuren Dänikenseiten gestolpert. Und ich nehme mal an, der Mann hat in seinem Leben noch nie einen Science Fiction gelesen, geschweige denndass er eine Ahnung von Wissenschaft hat.

Ganz abgedreht wird es, als die beiden Archäologen der Crew ihre "Theorie" vorstellen, wegen der sie unterwegs sind. Was sie tun, nachdem sie bereits vor Ort angekommen sind. Sehr realistisch. Welcher normale Mensch besteigt denn ein Raumschiff, ohne zu wissen weswegen? Aber ich schweife ab. Einer der Anwesenden (ein Biologe) wendet dann belustigt ein, wie sich das denn mit "300 Jahre Darwinismus" vertrage (schon bei diesem Begriff zeigt sich die Denke der Macher, die die Evoltuionstheorie als einen *Ism betrachten und nicht als ernstzunehmende Wissenschaft). Die Antwort der Archäologin: sie glaube daran. An der Stelle ist die Diskussion im Film beendet. Was für eine Katastrophe. Jeder halbwegs gebildete Mensch sollte doch eigentlich wissen, dass man in der Wissenschaft mit Beweisen und Fakten arbeitet und nicht glaubt. Anscheinend ist Ridley Scot unter die Kreationisten gegangen, das würde das erklären. Denn wenn man mit Kreationisten streitet (diskutieren kann man mit denen nicht), behaupten die auch immer, man würde an die Wissenschaft oder an die Evolution "glauben". Dabei bedeutet Glauben Nicht-Wissen. Im Sinne von Nicht-Wissenschaft. Junge Menschen, die diesen Film sehen, werden mit solchen subtilen Sequenzen indoktriniert, die Wissenschaft für Unsinn zu halten und den Glauben (woran auch immer) für wichtiger. Allein für diese eine Sequenz verdient der Film bereits die volle Punktzahl: 10 aus der Minuskiste.

Aber mal von diesem Däniken-Kreationisten-Gebräu abgesehen: wie kommt man darauf, dass ein Sternzeichen, das verschiedene unserer Vorfahren an die Wände gemalt haben, auf unsere Schöpfer hinweist? Wo ist da der Zusammenhang? Das ergibt nicht nur keinen Sinn, es ist einfach nur dämliche Scheisse.

Es kommt aber noch besser. Wie gesagt, finden sie auf dem Mond ein Raumschiff dieser "Konstrukteure" und darin die Überreste eines dieser Wesen. Sie nehmen eine Probe und stellen fest, dass die DNA identisch mit der unseren ist. Und dann freuen sich die beiden Wissenschaftler und proklamieren, ihre Theorie sei bewiesen, sie haben unsere Schöpfer gefunden. Aha. Einmal mehr haben die Fakten mit der Interpretation der Protagonisten nichts zu tun. Wenn man im Weltraum ausserhalb unseres Sonnensystems die Leiche eines Wesens findet, dessen DNA mit unserer übereinstimmt, dann heisst das nur, dass wir und dieses Wesen gemeinsame Vorfahren haben. Nicht mehr und nicht weniger. Wie um alles in der Welt kann man aufgrund dessen die Behauptung aufstellen, das diese Übereinstimmung beweist, dass das Wesen uns erschaffen hat?! Mir ist das unbegreiflich.

Dann haben wir den unvermeidlichen Androiden, der während des Hinflugs vorsorglich alle möglichen antiken Sprachen und Schriften lernen musste, während die Crew in Stasiskammern war. Wie praktisch, fallen einem die Schuppen von den Augen, als man sieht, wie der Androide dann anhand dieser Kenntnisse völlig unbefangen die Steuerconsole des Schiffes der "Konstrukteure" bedient. Es ist der Androide, der einem Behälter der in einer Kammer mit einem Steinkopf (dessen Bedeutung übrigens nie erklärt wird) eine Flüssigkeit entnimmt. Es scheint die gleiche Flüssigkeit zu sein, die am Anfang des Films einer der "Konstrukteure" zu sich nimmt und an der er dann stirbt (er löst sich auf). Woher der Androide weiss, was für ein Zeug das ist? Man weiss es nicht. Warum entnimmt er es heimlich? Man weiss es nicht. Warum verabreicht er es an den einen Archäologen? Man weiss es nicht. Der Archäologe wird davon dann krank und damit das Schiff nicht kontaminiert wird, wird er mit einem Flammenwerfer ohne lange zu fackeln (sic) platt gemacht. Es gibt ein bischen Geschrei, aber ansonsten scheint das die Standardmethode zu sein, mit solchen Problemen umzugehen. Die Szene dauert höchstens zwei Minuten und hat nichts menschliches an sich.

Später stellt sich heraus, dass der alte Weyland gar nicht tot, sondern an Bord ist. Da sehen wir einen jungen Mann, den man verzweifelt auf alt getrimmt hat. Er versucht krampfhaft gebeugt zu gehen und auf alt zu machen aber man sieht glasklar, dass es sich um einen Schauspieler in den besten Jahren handelt. Das Gesicht ist fleckenübersät, die Haare sind kaum noch vorhanden, aber es gibt wenig Falten, keine schlaffe Haut, keine hängenden Augenlieder, keine herunterhängenden Schultern, keine trüben Augen. Und das alles ohne Not. Warum hat Scot für die Rolle nicht einfach einen echten alten Mann genommen? Völlig unverständlich. Vor allem im Hinblick auf die sonstigen Spezialeffekte ist der alte Weyland ein mehr als peinlicher Patzer. Jedenfalls wird der Alte aufgeweckt. In der Szene sieht man auf einmal weitere Crewmitglieder, Leibwächter oder Wachen oder was auch immer die darstellen sollen. Die waren vorher nie zu sehen. Man muss sich das wie bei Startrek vorstellen, wo allenthalben irgendwelche Nonames durchs Bild gelaufen sind. Nur bei Startrek war bekannt, dass da mehrere hundert Leute an Bord sind. Die Prometheus jedoch (das Raumschiff der Menschen heisst Prometheus) ist ein ziemlich kleines Schiff. Dass da noch mehr Leute an Bord sind, als man am Anfang dachte, ist sonderbar. Und die treten auch später nicht mehr in Erscheinung.

Der Alte tapert nachher in das Schiff der "Konstrukteure", wo man einen von den "Konstrukteuren" gefunden hat, der noch lebt. Selbstverständlich weiss der Android wie man den aufweckt, was sie dann auch ohne Zwischenfälle tun. Der Konstrukteur erwacht und erhebt sich. Wir erinnern uns, dass die DNA von dem Typ mit der unseren übereinstimmt. Trotzdem ist er zwei Köpfe grösser und hat am Hals so etwas wie Kiemen. Die Menschen labern ihn voll, der Androide bequatscht ihn mit irgendeiner unbekannten Sprache und der Ausserirdische fängt auf einmal an, um sich zu schlagen. Es kommt zum Handgemenge, der Androide geht kaputt, der Alte geht zu Boden, die anderen flüchten. Dann nimmt der Ausserirdische sein Schiff in Betrieb. Selbstverständlich weiss die überlebende Archäologin, dass er vorhat, zur Erde zu fliegen um die Menschheit zu vernichten (mit der erwähnten Flüssigkeit, die den Körper auflöst, mit der ein Lagerraum des Schiffes randvoll gefüllt ist). Die verbleibende Crew an Bord der Prometheus steuert das menschliche Schiff in einem Kamikazemanöver in das fremde Schiff, welches dann abstürzt.

Da hat doch jemand zu viel Grass geraucht! Warum greift der "Konstrukteur" die Menschen und den Androiden an? Und was hat der Androide überhaupt zu ihm gesagt (da waren keine Untertitel dabei)? Und woher wussten die überhaupt, dass die Flüssigkeit etwas schlimmes ist? Immerhin hatte der Androide dem anderen Archäologen etwas davon heimlich verabreicht. Keiner wusste davon und keiner hat ihn nachher untersucht. Auch nicht, nachdem er - auferstanden von den Toten wie ein Zombie (ja sogar Zombieelemente hat der Film, man muss ich das mal vorstellen!) - nochmal verbrannt worden ist. Der Androide hat auch niemandem davon erzählt. Aber allen war klar, die Flüssigkeit in den Behältern ist was schlimmes, gedacht, die Menschheit zu vernichten. Eine weitere dieser Schlussfolgerungen, die ohne jede Faktenlage getroffen wurde. Einfach so, weil es der Drehbuchautor so hingeschrieben hat.

- Widersprüche zu Alien I

Prometheus soll ja ein Prequel zu Alien I sein. Da sind sie bei mir ja richtig, immerhin habe ich Alien I mindestens zwanzig mal gesehen und ich liebe die Alienfilme. Die waren legendär und nichts hat sie bisher übertrumpft. Ein Meisterwerk.

Am Ende des Films stürzt das Schiff der Konstrukteure ab und landet nachher genausso, wie es da lag, wie sie in Alien I das fremde Schiff gefunden haben. Allerdings erinnern wir uns, dass dieses fremde Schiff in Alien I eigentlich dort tausende oder gar millionen Jahre lang so rumgelegen ist, so viel Staub hatte sich da angesammelt. Trotzdem will uns dieser Film weismachen, Menschen hätten das Schiff zum Absturz gebracht wo es später andere Menschen gefunden hätten - aber sicher keine tausenden Jahre danach.

In Alien I haben sie einen toten Ausserirdischen gefunden. Er saß in einem Sessel und über sich so etwas wie ein Fernrohr. In Prometheus hat man diesen Raum recht gut nachgebildet, es ist klar, dass es derselbe Raum sein soll. Nur, dass der einzige lebende "Konstrukteur" nach dem Absturz sein Schiff verlassen hat, um die überlebende Archäologin zu verfolgen. Und der ist dann ab Bord einer Notfallkapsel von einem Alien getötet worden. An Bord seines Schiffes auf dessen Brücke war also keiner dieser "Konstrukteure". Obwohl man in Alien I dort einen gefunden hat. Dass Lindelof den Film Alien I nicht gesehen hat, wundert mich nicht. Aber dass Scot über solche Details nicht gestolpert ist - kann ich mir nicht erklären. Aber kommt noch besser.

Aus Alien I wissen wir, dass die Struktur, die wie Knochen aussah, tatächlich Knochen war. In der Mitte von innen aufgebrochen wie wir wissen, von einem geschlüpften Alien, verursacht. In Prometheus jedoch wurde aus den Knochen eine Art Anzug gemacht, der schöne, gruselige ausserirdische Schädel, den wir aus Alien I kennen, wurde zum Helm gemacht. Und darunter kommt ein Wesen zum Vorschein, dass uns Menschen recht ähnlich sieht, bis auf die Kiemendinger am Hals. Stimmt das mit Alien I überein? Nein, kein bischen.

Faszinierend war in Prometheus die Technik, vor allem an Bord des irdischen Raumschiffes. Coole holografische Displays und allerlei leuchtende 3D Gimmicks. Der Film soll aber ein Prequel sein. Und in Alien I haben sie normale Monitore auf der Brücke gehabt. Der aber später handeln soll, als Prometheus, die jedoch wesentlich fortschrittlicher ausgerüstet ist, als die Nostromo es war. Wir kennen das vom neuen Startrekfilm, der auch ein Prequel war und trotzdem moderner ausgestattet war, als alle Startrekfilme davor. Aber Startrek ist Startrek. Das ist kein Science Fiction, der Anspruch auf Realismus hat. Aber Alien war gerade wegen seines Realismus so erfolgreich. Wahrscheinlich haben sie sich gedacht, hey die Handlung ist es so dünn, lasst uns wenigstens das Raumschiff cool gestalten. Cool sah es aus, ohne Zweifel. Aber für ein Raumschiff, das älter als die Nostromo sein soll, absolut inakzeptabel. Oh - und es gab doch tatsächlich einen Holotisch. Ja, den kennen wir aus Avatar. Genau so einen. Identisch. Sogar die darüber schwebenden Statusanzeigen mit irgendwelchen Zahlen waren mit dabei. Wenn die in Alien I sowas gehabt hätten... ach nee, das fand ja danach statt, da gab es sowas noch nicht, äh nicht mehr, äh ... Grundgütiger!

Und die Aliens. In Alien I waren die gruselig und schrecklich. Neben Ripley hatten sie die Hauptrolle, ein tragendes Element. In Prometheus war die Rolle der Aliens unbedeutend und undurchschaubar. Da gab es solche Würmer, aus denen später so eine Art Schlangen wurden. In zwei Fällen haben sie Menschen angegriffen (durch den Hals, wie man es kennt). Aber die hatten keine Greifarme, wie wir das aus allen Alienfilmen kennen, sondern eher Tentakel. Wieso diese Änderung? Unbegreiflich. Und anscheinend sind die anfänglichen Würmer aus dieser Flüssigkeit enstanden, die an Bord des Schiffes der "Konstrukteure" in diesen konisch geformten Behältern eingelagert waren. Warum? Das wird nicht erklärt. Und der erwähnte gegrillte Archäologe hatte Sex mit der überlebenden Archäologin, die wiederum dann schwanger war. Mit einem Alien. Das ist etwas völlig neues. Warum jetzt das? Und während es keinem einzigen Befallenen in allen Alien und Alien vs. Predator Filmen je gelungen ist, den Parasiten, der in ihnen wächst, loszuwerden - der Archäologin ist es gelungen, denn sie hat ihn sich selbst in einem automatischen Operationstisch per Kaiserschnitt entfernt. Wie soll das zusammenpassen? Warum so viele Abweichungen? Ich bin erschüttert.

Mir hat sich auch der Zusammenhang zwischen der Flüssigkeit und den Aliens nicht so recht erschlossen. Ich dachte, die Flüssigkeit, sei das Zeug, das einen Körper auflöst. Das hat man nämlich gesehen, als sich der Körper des Archäologen so zersetzte. Er hat so schwarze Flecken bekommen, Verformungen und so weiter. Und die waren identisch zu den Symtomen des "Konstrukteurs" in der Anfangssequenz des Films, der mit dem Zeug aus unerklärlichen Gründen Selbstmord begangen hatte. Im Auge des Infizierten hat man auch einmal so ein kleines Würmchen gesehen. Ist das aus dieser Flüssigkeit entstanden? Und wurde dann beim Sex auf die andere Archäologin übertragen? Absolut unklar alles. Auf jeden Fall bietet der Film nicht den Hauch einer Erklärung, woher die Aliens aus Alien I gekommen sind oder was diese "Konstrukteuere" mit denen zu tun hatten.

Es wird zum Beispiel auch nicht gezeigt, warum die Schiffe der "Konstrukteure" überhaupt auf diesem Mond geparkt sind. An Bord des Schiffes, dass die "Forscher" untersuchen, finden sie diverse Leichen der "Konstrukteure" und ihnen wird einmal eine Re-Animation gezeigt, wie die Fremden durch ihr Schiff laufen, als ob sie verfolgt würden. Von Aliens wahrscheinlich. Ich als alter Alienfreak weiss das. Mein Stiefsohn wusste es nicht. Er hat das überhaupt nicht verstanden. Und zwar nicht weil er begriffstutzig ist, sondern weil es der Film nicht schafft, auch nur die simpelsten Zusammenhänge logisch und nachvollziehbar zu erklären.

Wenn die "Konstrukteure" diese Flüssigkeit, aus der anscheinend die Aliens entstehen können UND die einen Körper auflösen kann (genau weiss ich es nicht), erschaffen haben, warum hatten sie dann nicht das Knowhow um damit zurechtzukommen und nicht selbst Opfer davon zu werden? Macht das irgendeinen Sinn? Und wenn sie es nicht erschaffen haben, warum haben die dann das ganze Schiff voller Behälter die das Zeug enthalten? Und warum lag in der Kommandozentrale ein "Konstrukteur" in einer Stasiskammer, lebendig, während seine Kollegen draussen vor der Tür längst versteinert waren? Wieso ist er in die Stasis gegangen? Oder wieso wurde er nicht geweckt, als seine Leute draussen starben? Warum ist er nicht wie anscheinend geplant, gestartet und zur Erde geflogen, um den Plan trotzdem umzusetzen?

Diese Story hat sich ein Vollidiot ausgedacht.

- Cast

Die schauspielerischen Leistungen waren insgesamt unterirdisch. Einzig Michael Fassbender als Androide war überzeugend und gut gespielt. Alle anderen waren schlecht. Selbst Noomi Rapace, die ich als sehr gute Schauspielerin aus der Millenium-Trilogie in Erinnerung habe, war blass und unauthentisch. Charlize Theron war wohl überhaupt nur dabei, damit Scot mit einem Star glänzen konnte. Geleistet hat sie in dem Film nichts. Und den alten Mann erwähnte ich ja schon, wer auch immer den gespielt haben mag, es ist mir auch egal.

Wobei man entschuldigend einwerfen muss, dass die Story so schlecht ist, dass man den Schauspielern eigentlich keinen Vorwurf machen kann. Man kann eben nicht aus Scheisse Bonbons kochen.

- Fazit

Der Film ist eine Enttäuschung. Wie sehr hatte ich mich darauf gefreut und dann so was. Gäbe es nicht die teuren Spezialeffekte, würde ich den Film unter B-Movie einordnen. Er hat mit Alien nichts zu tun. Die Handlung ist sprunghaft, zerhackstückelt, zusammenhang- und sinnlos. Es gibt haufenweise logische Fehler, ausgemachte Dummheiten, gar infame Lügen, kreationistische Propaganda und Amateur-"Archäologie" die sogar unter Dänikens Niveau ist. Der Film nimmt sich keine Zeit, etwas zu erklären, zu erzählen. Man hat das Gefühl, der Drehbuchautor hat aus allen möglichen dubiosen esotherischen Quellen hier und da was herausgepickt und das dann krampfhaft zusammengepappt, lieblos und ahnungslos, ja inkompetent. Die Charaktere werden nicht eingeführt, sie sind farblos, austauschbar, uninteressant, redundant.

Auf dem Cover des Films ist ein Steinkopf zu sehen, der auch im Film auftaucht. Er befindet sich an Bord des Schiffes der "Konstrukteure". Der Kopf hat keine Bedeutung in dem Film. Auch die Referenz zum antiken Prometheus ist unerklärlich, abgesehen davon, dass das Schiff so heisst. Warum dieser Steinkopf das Titelbild des Films ist, macht keinen Sinn. Er hat nichts mit der Handlung zu tun, taucht nur einmal kurz auf und ist bedeutungslos. Anscheinend soll seine Verwendung auf dem Cover die grundsätzliche Bedeutungslosigkeit (oder Ahnungslosgkeit) des gesamten Films unterstreichen. Insofern ist das Cover als gelungen zu bezeichnen.

Scot redet sich heraus (man kann das bei Wikipedia nachlesen), dass der Film noch zu viele Fragen unbeantwortet lässt und er eventuell noch einen Sequel nachliefern muss. Ich glaube, der Mann leidet unter kognitiver Dissonanz. Der Film lässt nicht einfach Fragen unbeantwortet (was an sich ja nichts schlimmes sein muss, Alien I lässt eine Menge Fragen unbeantwortet und ist trotzdem ein Meisterwerk!), sondern macht sich erst gar nicht die Mühe, die richtigen Fragen zu stellen. Und logische Widersprüche, durch Unwissenheit oder Desinteresse verurachte Fehler und ideologisch verbrämte Lügen sind keine "offenen Fragen", die ein weiterer Film zu beantworten hätte.

Es ist traurig. Und ich frage mich, was aus Ridley Scot nur geworden ist. Welcher Gehirnwäsche er sich wohl unterzogen hat. Warum ein solcher Meister so einen schlimmschlechten Film fabriziert hat. Dieser Film ist das dramatische Ende von Ridley Scot. Und wenn man sich die Science Fiction Filme der letzten Zeit ansieht, scheint das ein allgemeiner Trend zu sein. Im Grunde ist Science Fiction im Kino erledigt. Wenn überhaupt, dann hat dieser Film den Genre den Todesstoss versetzt.


Update 02.05.2013 12:54:

Wie sich herausstellt, beinhaltet der Film noch mehr Fehler! Und zwar ist die ganze Herangehensweise der Archäologen den Tempel zu untersuchen, komplett unrealistisch und falsch.


Update 22.04.2014 19:49:

Wah, noch mehr Unsinn:

Und da ist eine Menge haarsträubender Quark dabei, den ich noch gar nicht auf dem Radar hatte!