Fachbücher als eBook

Neuerdings habe ich ja einen eBook-Reader und bin auch sehr zufrieden damit. Nun hab ich angefangen, mir neben Romanen auch mal ein paar Fachbücher auf das Teil zu laden, zum Beispiel das Arduino Cookbook. Und ich muss sagen, DAS ist eine ganz schlechte Idee gewesen.

Einen Roman liest man ja üblicherweise linear von vorn nach hinten durch und muss dazu im Reader lediglich ab und zu auf "next page" klicken. Bei einem Fachbuch wie dem Arduino Cookbook jedoch sucht man bestimmte Dinge. Ich gehe also ins Inhaltsverzeichnis. Das allein beansprucht auf dem Reader schon knapp 10 Seiten. Dort finde ich dann irgendein Kapitel was ich gerade lesen will, es ist - sagen wir - auf Seite 285. Nun muss ich das Optionsmenü aufmachen, "Zu Seite gehen" auswählen, dort ist so ein Schieberegler, wo man mehr oder weniger genau zu einer bestimmten Seite scrollen kann, und bis 285 scrollen.

Aber das ist dann nicht das gesuchte Kapitel, weil die Seitenangaben im Inhaltsverzeichnis nicht mit denen im Reader übereinstimmen. Ich muss dann also noch ein paar dutzend mal hin und her scrollen, bis ich bin, wo ich hinwollte. Endlich bin ich da und es stellt sich heraus: langweilig, kenn ich schon. Also zurück zum Inhaltsverzeichnis, wieder Optionsmenü, "Zu Seite gehen", rumscrollen, hinspringen, wieder falsch gelandet, wieder hin und her gehen, bis ich in dem Teil des Inhaltsverzeichnisses bin, wo ich vorher war.

Und so weiter.

In einem gedruckten Buch öffne ich das Inhaltsverzeichnis, halte den Daumen rein, gehe zur gewünschten Seite (was allein schon gefühlte hundertmal schneller geht als beim Reader) und guck nach. Falls langweilig, wieder die Stelle im Inhaltsverzeichnis aufschlagen, was in etwa 0.1 ns erledigt ist, da dort mein Daumen noch drinnen gesteckt hatte. Und im Lauf der Zeit sammeln sich dann auch diverse Eselsohren an von den Stellen, die mir wichtig waren. Oder wenn ich konkret am Elektronikbasteln bin, kann ich das Buch neben den Lötkolben legen und Löten und Nachschlagen gleichzeitig. Mit dem Reader wäre das ein Ding der Unmöglichkeit.

Insofern werde ich weiter echte gedruckte Bücher kaufen, und zwar immer dann, wenn es sich um Fachbücher handelt. Das Problem dabei ist allerdings gar nicht mal das grundsätzliche Konzept eBook-Reader, es ist das Format, in dem die Bücher üblicherweise vorliegen. Meist als PDF (meins war ein PDF). Wenn die Einträge im Inhaltsverzeichnis Links wären, denen man auf einem Reader auch folgen kann, wäre das schon die halbe Miete. Und wenn es dann auf jeder Seite noch einen Link zurück gäbe zu der Stelle im Inhaltsverzeichnis, wo das Kapitel verlinkt ist, wäre es perfekt.

Die Technologie dafür - Links (!) - gibts schon ein bischen länger. Warum es das in eBooks nicht gibt, ist mir ein Rätsel. Vielleicht ist das beim epub Format anders, das ist HTML. Aber nicht alles gibt es halt als epub. Man kann ein PDF zwar zu epub konvertieren (hab ich gemacht zwecks Lesbarkeit), aber dann enthält es deswegen immer noch keine Links.


17.10.2012 19:56 CC0 ebooks kritik Literatur

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