CTWM ist Geschichte

Eher zufällig bin ich auf xmonad gestoßen. Das ist ein Fenstermanager für X11. Und zwar ein sogenannter "tiling windowmanager". Dabei werden alle Fenster einfach im Fullscreenmode dargestellt. Keine Titelleiste, keine Buttons, kein Schnickschnack. Man kann Fenster auch nebeneinander darstellen in verschiedenen Modi (Layouts genannt), zwischen denen man auch on-the-fly wechseln kann.

Geeignet für mich ist das, weil ich meinen CTWM, den ich nun seit über 10 Jahren benutzt habe, genauso konfiguriert hatte: keine Titelleiste, keine Buttons, kein Schnickschnack. Nur musste ich meine Fenster immer von Hand platzieren.

Ausserdem gibt es diverse Prompts. Ich drücke z.b. Alt-p und es erscheint ein schmaler Prompt, wo ich irgendwelche Shell-Befehle eingeben kann. Das hatte ich im CTWM auch, dazu hatte ich mir extra ein eigenes Tool geschrieben gehabt: xrun. Ist nun auch Geschichte. Und Tab-Completion gibt es auch.

Und weil ich endlich mal eine vernünftige Statusbar haben wollte, verwende ich xmobar. Tatsächlich hatte ich zuerst xmobar gefunden und darüber dann xmonad.

Ich bin jedenfalls total happy mit xmonad. Eines muss ich allerdings kritisieren: Die Config von dem Teil muss man in Haskell schreiben, weil xmonad selbst auch in Haskell implementiert ist. Und ich kann mit Fug und Recht eines feststellen: Haskell ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Ich kapiere es nicht. Was mir aber doch zu einer funktionierenden Config verholfen hat, war der IRC Channel #xmobar, wo man mir umgehend und kompetent weitergeholfen hat. Wirklich klasse. Vor allem zeigt mir das eines: ich verwende zur Abwechslung mal wieder einen Fenstermanager, der aktiv maintained wird.

Sehr geil.

Falls das wen interessiert, hier ist meine Config.


02.12.2012 16:08 CC0 ctwm unix xmonad Server






Latexdatei aus Dolphin zu PDF umwandeln - Updated 25.11.2012 17:52

Mein altes Macbook ist ja schon seit längerem kaputt, um genau zu sein, der Akku ist hinüber. Und ein neuer Akku ist mir zu teuer. Ausserdem will ich schon geraume Zeit von Apple weg. Jetzt habe ich ein gutes gebrauchtes Thinkpad T400 erstanden und FreeBSD installiert. Es funktioniert alles, bis aus Suspend-to-Disk (bzw der resume), aber das krieg ich auch noch hin.

Wie üblich, verwende ich CTWM als Fenstermanager. Da ich aber schon alt bin (Muhaha) und für die eine oder andere Sache doch den Finder benutzt hatte, benutze ich jetzt den Filemanager von KDE4, Dolphin. Im Grunde ist der besser als der Finder und ich bin sehr zufrieden damit.

Ich hatte aber ein Problem: irgendwann vor vielen Jahren habe ich die schwerwiegende Entscheidung getroffen, auf dem Macbook Dokumente mit Pages zu erstellen. Auch heute, wo ich ihn nun nicht mehr benutze, kann ich eines sagen: Pages IST eine geniale Software. Was Wysiwyg Wordprocessing betrifft, ist Pages der Meister. Meiner Meinung nach jedenfalls. Schwerwiegend deshalb, weil das Speicherformat von Pages natürlich proprietär ist. Zunächst habe ich mir ein Applescript erstellt, der meine ganzen Pages-Dokumente zu PDF und RTF konvertiert hat:

on open theFiles
   tell application "Pages"
       repeat with aFile in theFiles
           open aFile
           set docName to name of front document
           -- Remove .pages extension.
           set prevTIDs to AppleScript's text item delimiters
           set AppleScript's text item delimiters to ".pages"
           -- Add .pdf extension.
           set docName to first text item of docName & ".rtf"
           set AppleScript's text item delimiters to prevTIDs
           -- Get folder that dropped         end tell -- Finder
           -- Save file to folder that dropped file exists in.
           set docPathAndName to sourceFolder & docName
           save front document as "SLDocumentTypeRTF" in docPathAndName
           close front document
       end repeat
   end tel

Einfach als pages2pdf.applescript speichern, doppelklicken, als .app speichern und unten ins Dock ziehen. Dann kann man im Finder seine Pagesdateien markieren und gesammelt auf das Icon von der neuen App ziehen und er konvertiert es dann alles.

Somit komme ich noch an meine alten Dokumente heran, aber wie erstelle ich neue? Ich habe mich für das gute alte LaTex entschieden. Ich habe mir eine Vorlage für scrlttr2 von Koma-Script erstellt. Die resultate sind wie immer ein Traum. Und damit ich meine Latex-Briefe auch bequem aus direkt im Dolphin Konvertieren kann, habe ich mir einen Service geschrieben:

[Desktop Entry]
Type=Service
X-KDE-ServiceTypes=KonqPopupMenu/Plugin
MimeType=application/x-tex
Actions=briefpdf;

[Desktop Action briefpdf]
Name=Convert TEX Letter to PDF
Icon=tools-wizard.png
Exec=~/bin/briefpdf %f

In ~/.kde4/share/kde4/services/ServiceMenus/TexBrief.desktop speichern und schon kann man fröhlich PDFs aus Latex erzeugen:

Ein Träumsche!

Der Service selber ruft übrigens nur ein Perlscript auf, das kann man sich hier anschauen. Im gleichen Verzeichnis befindet sich auch meine Briefvorlage und ein Beispielbrief.


Update 25.11.2012 17:52:

Hach, ich muss sagen, das war eine weise Entscheidung, den Apple abzuschaffen. Ich liebe es, wieder unter FreeBSD zu arbeiten. Heute habe ich Drucken eingerichtet. Ehrlich gesagt, hat es mir davor gegraut. Drucken unter Linux/FreeBSD ist immer so eine Sache. Dachte ich. "Drucker Hinzufügen" => "Drucker aussuchen" => "Speichern" => Fertig. Datei geöffnet, Drucken, Druckt. Einfach so! Wie geil ist das denn?!








Ausgetwittert

Ich hatte mir vor ein paar Monaten einen Twitteraccount zugelegt. Um mal zu gucken. Sage und Schreibe 5 Follower hatte ich und ich bin einer Handvoll mehr Leuten "gefollowed". Ich hab den Account jetzt gelöscht.

Seit den 90ern bin ich jetzt online und ich scheine alt zu werden. So eine Art "Einer von der Alten Schule" oder so. Ich kann mit diesem "sozialen Netzwerkgedöhns" ums Verrecken nichts anfangen. Mir ist schleierhaft, was andere Leute daran so toll finden. Weder hab ich dort irgendwen "kennengelernt", noch irgendwas interessantes erfahren. Es ist langweilig. Und ich sitze davor und gucke, weiss nicht ob oder was ich da in diese beknackten auf 140 Zeichen begrenzte Eingabezeile schreiben soll. Oder was mir das Geschreibs sagen soll, das andere von sich geben.

Schwachsinn ist das. Und nur ein weiterer Walled Garden, betrieben von einem kommerziellen Unternehmen, dessen Willkür man sich aussetzt und von denen man ganz genau weiss, wie geil die das finden, persönliche Daten an irgendwelche "Ermittler" (so wie die sich heutzutage aufführen, würde ich lieber SS-Männer zu denen sagen) herauszugeben.

Hier *sichandiestirntippt*.








Homöopathische Überdosis

Heute habe ich mal zwecks der Gaudi die Zusammensetzung eines homöopathischen Medikaments berechnet. Ja, wird man sich fragen: wieso berechnen, steht doch drauf? Joar, tut es. Aber bekanntlich werden die Wirkstoffe in der Homöopathie ja verdünnt ("potentiert" nennen die es).

Ich habe mir Traumeel vorgenommen, ein Mittel für Tiere. Grundlage waren die Mengenangaben des Herstellers (PDF). Die dort angegebenen Codes (wie "Dil. D5") kann man z.b. hier nachschlagen, es handelt sich um Verdünnungscodes. Wenn also z.b. angegeben ist, dass 0,25 ml einer Substanz in der Verdünnung D3 vorhanden ist, dann bedeutet das, dass tatsächlich nur 0,00025 ml davon drin sind (Verhältnis 1:1000, die Zahl nach dem D gibt die Anzahl der Zehnerteiler an).

Also, das hier ist in Traumeel drin:

Achillea millefolium  0,000005 ml (0.000000 %)
Aconitum napellus     0,00003 ml (0.000002 %)
Arnica montana        0,00005 ml (0.000003 %)
Atropa bella-donna    0,00005 ml (0.000003 %)
Bellis perennis       0,000025 ml (0.000001 %)
Calendula officinalis 0,00005 ml (0.000003 %)
Echinacea             0,0000125 ml (0.000001 %)
Echinacea purpurea    0,0000125 ml (0.000001 %)
Hamamelis virginiana  0,00005 ml (0.000003 %)
Hypericum perforatum  0,000015 ml (0.000001 %)
Matricaria recutita   0,000005 ml (0.000000 %)
Symphytum officinale  0,000000005 ml (0.000000 %)
Hepar sulfuris        0,0000005 ml (0.000000 %)
Mercurius solubilis   0,0000000025 ml (0.000000 %)
Natrium Chlorid       0,25 ml (0.012500 %)

Das macht in Summe auf eine 5ml Tablette (oder was immer das ist) 0.0003055075 ml bzw 0.000015 % tatsächlicher Wirkstoff. Also eigentlich nichts. Und im Grunde ist auch das noch völlig ungenau. Denn in der Zutatenliste stehen irgendwelche Pflanzen und so weiter (wie die Tollkirsche, siehe unten). Der eigentliche Wirkstoff aus einer Pflanze kommt aber üblicherweise auch nur in Promillewerten darin vor. Welcher davon verwendet wird, steht nicht dabei. Und das gilt auch für alle anderen Zutaten wie Gänseblümchen, Johanniskraut oder Beinwell. Ist da die ganze Pflanze drin? Oder nur ein Bestandteil der Pflanze? Wird nicht angegeben. Allein daran sieht man, wie unwissenschaftlich die Homöopathie ist.

Um zum eigentlichen Thema zu kommen: wieviel von dem Zeug müsste man einnehmen, um zu sterben? Eines der Bestandteile ist Atropa bella-donna, die Tollkirsche, etwa 100g davon sind für Kinder tödlich. Damit ein Kind also anhand von Traumeel draufgeht, müsste man ihm 2.000.000 Stück dieser Pillen verabreichen, bzw. 10.000 Liter (d.h. zehn Tonnen!). Soooooooo wenig Wirkstoff ist da drin. Das ist in etwa so effektiv, wie wenn man einen Teelöffel Quecksilber in den pazifischen Ozean schüttet, um die darin befindlichen Fische zu töten.

Das ist natürlich nur ein beliebiges Beispiel und gilt für alle anderen Bestandteile genauso. Tatsächlich ist es eigentlich nur Salz. Kriegt man für nen Euro das Kilo im Supermarkt.

Mehr zum Thema bei Florian Freistätter.








Shell Session Video

Neulich hatte ich ascii.io entdeckt und es für cool befunden. Einziger Nachteil: man kann die erzeugten Screencasts nicht auf einer Seite einbinden. Ich habs händisch probiert aber das ist ein Alptraum.

Jetzt habe ich shelr.tv gefunden. Das Teil macht exakt das gleiche UND man kann die Screencasts einbinden.

Hier mal ein Beispiel:

 

Na das macht doch mal n schmalen Fuß oder!


11.11.2012 17:12 CC0 fun software unix Gefunden






USA Wahl

 

Nochmal Obama. Nicht gut aber way besser als Mittbot.

Nebenbei haben die Amerikaner auch noch ein paar andere Sachen bei den Wahlen beschlossen:

  • Mazie Hirono, Hawaii, wird die erste Asiatisch-Amerikanerin im US Senat.  [x]
  • Tammy Duckworth, Illinois, wird die erste behinderte Frau im Kongress. Sie ist Ex-Black-Hawk Pilotin und verlor ihre Beine im Irakkrieg. Und sie ist Halb-Thailänderin. [x]
  • Der Vergewaltigungsbefürworter (was für ein Unwort!) Joa Walsh ist aus dem Kongress geflogen. [x]
  • Todd Akin, der Spacko der von "legitimer Vergewaltigung" sprach, ist auch rausgeflogen. [x]
  • Ebenso wie Richard Murdock der der Meinung ist, Vergewaltigung sei ein "Geschenk Gottes". Ausgebootet. [x]
  • Colorado wird der erste Bundesstaat in dem Marihuana für medizinische Zwecke legal ist. [x] Wahrscheinlich wird Washington folgen. [x]
  • Maine und Maryland haben für die gleichgeschlechtliche Ehe gestimmt, und Minnesota hat dafür gestimmt, die gleichgeschlechtliche Ehe NICHT abzuschaffen. Washington ebenfalls.
  • Tammy Baldwin, Wisconsin, wird der erste offen schwule Senator. [x]
  • Mary Gonzalez, Texas, ist der erste offene pansexuelle Senator. [x]

(via)

Ach ja - und Puerto Rico wird der 51te Bundesstaat der USA.

The Conversation erklärt die Ergebnisse so: die Tea Party Bewegung, die aus Fundamentalisten und Rechts-Extremen bis hin zu Fanatikern besteht und mit den Republikanern assoziiert ist, geht den Leuten immer mehr auf den Zeiger. Hinzu kommt ein demographisches Problem:

History is not likely to be on the Tea Party’s side. If “demography is destiny”, as Auguste Comte once said, the American electorate is rapidly moving away from the Tea Party, which is heavily comprised of ageing white men without college degrees. [Hervorhebung von mir]

Tja. Ungebildete, wissenschaftsfeindliche, über-religiöse Fanatiker. Klar, dass man deren Hasstiraden irgendwann nicht mehr hören kann. Und schön, dass sich letztlich doch manchmal die Vernunft durchsetzt. In den USA jedenfalls.

Sooo schlecht ist das alles doch gar nicht.

Btw - die Fundamentalisten trauern.

Haha! Mehr Trauernde :)


08.11.2012 19:40 CC0 freiheit politik Gesellschaft






vimacs - Updated 08.11.2012 12:25

Ich bin einer dieser alteingesessenen Emacsbenutzer. Ich benutze den Emacs schon seit fast 20 Jahren. Meine Config ist riesig und bei den meisten Sachen weiss ich gar nicht mehr, was das soll. Er ist mir jedenfalls sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen.

Hin und wieder jedoch (z.b. in der Arbeit oder auf dem Server) muss ich auf den vi ausweichen. Ja, es gäbe auch eine Consolenvariante vom Emacs, aber die mag ich nicht. Da funktioniert 80% meiner Config nicht und das nervt. Heute nun habe ich festgestellt, dass ich eigentlich recht oft mit vi zugange bin. Jedesmal nervt er mich. Seit Jahren! Und im Grunde ist das meine eigene Schuld. Was bin ich auch so dumm, und quäle mich mit dem Onboard BSD-vi herum!

Da gibt es ja auch noch den Vim. Ich habe sogar eine minimalistische .vimrc seit grauen Urzeiten. Also heute habe ich mich jedenfalls mal aufgerafft, mir eine .vimrc zu erschaffen, mit der sich der Vim wenigstens ungefähr so verhält wie mein Emacs. Die Betonung liegt hierbei auf mein. Denn da ich den Emacs heftig customized habe, wird sich das von einem Stock-Emacs sicher etwas unterscheiden. Entsprechend natürlich auch die .vimrc.

Soweit ich das bis jetzt überblicke, habe ich es tatsächlich geschafft, die mir wichtigsten Features halbwegs abzubilden. Hier mal eine Liste:

  • automatische Einrückung (Indentation). Wenn schon eingerückt ist, soll er in der nächsten Zeile da bleiben. Das hab ich soweit hinbekommen. Kommt natürlich nicht ansatzweise an den Emacs heran. Dort ist es z.b. so, dass ich irgendwo in einer Codezeile <TAB> drücken kann und er rückt das dann richtig ein, je nach Context im Code (d.h. Emacs "kann" Perl oder was auch immer). Im Vim geht das nicht. Man muss daher immer gleich richtig einrücken. Wenn man die Indents nachträglich ändern will, muss man das händisch machen. Es gibt da wohl auch Plugins dafür, die hab ich aber noch nicht kapiert. Kommt evtl noch.
  • Leerzeichen statt echter Tabs. Geht 1a.
  • Fenster aufteilen (Split Buffers). Geht auch 1a, sogar mit den gleichen Tastenkombinationen wie bei mir im Emacs, z.b. CTRL-3 horizontal splitten oder CTRL-1 Splits aufheben. Auch mit ALT-O zwischen den Buffern wechseln klappt prima.
  • Schnell zwischen Buffern wechseln (ohne Splits). Im Emacs mit CTRL-X b [name|<TAB>...] bzw CTRL-X b um zum letzten Buffer zu kommen. Hab ich nicht hingekriegt. Statt dessen hab ich ein Plugin installiert, mit dem ich zumindest eine Bufferliste bekomme. Um dahin zu kommen, muss ich CTRL-X drücken. Damit kann ich leben (gerade so).
  • Paragraph-weise Scrollen. Im Emacs mache ich das mit CTRL-<UP|DOWN> und dann springt der Cursor immer von einem Absatz zum nächsten (erkennt er anhand leerer Zeilen). Im Vim ist das entsprechende Commando '{' bzw '}'. Hab ich mir auf meine Tastenkombinationen gelegt und klappt ganz hervorragend. Sogar im Inputmode (Vim hat ja mehrere Modi), in dem Fall geht er nach dem Springen wieder zurück in den Inputmode. Haha!
  • Wort-weise Scrollen. Ähnlich wie oben, nur mit CTRL-<LEFT|RIGHT> um ein Wort nach links oder rechts springen. Geht im Vim mit 'b' und 'w', die ich mir auf meine Kürzel gelegt hab.
  • Automatisches Klammernsetzen. Ich habe ein relativ intelligentes Auto-Klammer-Plugin installiert namens Smartinput. Wirklich zufrieden bin ich damit nicht. Es bleibt immer noch viel zu viel Tipperei übrig. Zumal ich im Emacs bei bestimmten Keywords wie if, while oder foreach automatisch gleich alle notwendigen Klammern gesetzt kriege, samt richtiger Einrückung. Ich hab mir ein paar Abbreviations gebastelt, die das ungefähr nachbilden. Mehr schlecht als recht und auch nur für Perl.
  • Syntaxhighlighting. Kann Vim ganz prime, obgleich ich als Emacsuser 16 Mio Farben gewöhnt bin. Im Vim krieg ich nur 16 Farben her, das ist etwas mager. Es soll wohl auch mit 256 Farben gehen, ich weiss nur noch nicht, wie. Ich benutze ein leicht angepasstes Farbschema namens Astronaut.
  • *scratch*. Das ist ein im Emacs immer vorhandener Buffer, der nicht gespeichert werden muss (d.h. er fragt beim Beenden nicht wegen Speichern usw). Da kann man Notizen reinschreiben oder mal eben irgend einen Emacsmode ausprobieren. Im Vim hab ich das nachgebildet mit dem Scratch Plugin. Ich hab es allerdings nicht hinbekommen, dass der *scratch* Buffer immer da ist. Also hab ich schon, nur wenn ich dann eine Datei geöffnet habe, war der *scratch* Buffer immer der Aktuelle. Sehr nervig. Ich hab das jetzt so gemacht, dass *scratch* nur erstellt wird, wenn ich Vim ohne Datei starte. Ansonsten kann ich den auch unterwegs aufmachen mit dem :Scratch Befehl.
  • Und last but not least: <CTRL-TAB>. Nutze ich im Emacs recht intensiv, damit hab ich Completion auf Wörter innerhalb eines Buffers. Also z.b. Schreibe ich "conn<CTRL-TAB>" und er macht - sofern es keine mehreren Matches gibt - "connect_server()" draus oder so. Das geht im Vim von Haus aus mit <CTRL-N> und <CTRL-P>. Hab ich unverändert so gelassen. Es erscheint bei mehreren Matches dann ein kleines Popup wo man einen auswählen kann. Im Emacs hingegen scrollt man durch die Matches, indem man erneut <CTRL-TAB> drückt. Das ist evtl. gewöhnungsbedürftig, aber was solls.

Summa Summarum kann ich jetzt also auch auf dem Server oder in der Arbeit einigermaßen komfortabel arbeiten, zwar mit Abstrichen, aber angesichts dessen, dass ich mich schon seit Jahren damit quäle, ist das jetzt ein krasser Fortschritt.

Hier ist meine Vim Config, falls jemand mal gucken möchte.

Ich habe ausserdem während meiner Forschungs- und Anpassungsarbeiten einige gute Seiten gefunden:

  1. usevim. Das ist ein Blog mit haufenweise Ideen, Pluginvorstellungen uvm. Sehr zu empfehlen.
  2. Vim Tips Wiki. Ein Wiki mit hunderten Anleitungen, Rezepten und Beispielen. Etwas schwierig dort was zu finden, ich bin aber beim Googeln mehrere Dutzend male dort gelandet :)
  3. Sehr interessant fand ich On sharpening the saw. Ist jetzt keine Anleitung, aber trotzdem. Vor allem die Ergänzung am Ende von einem Emacsuser: TextMate als Kreis, Vim als Dreieck und Emacs als Fraktal. Eigentlich müsste man den Emacs sogar als mehrfach-dimensionales Fraktal zeichnen, um einen ordentlichen Vergleich zu haben.

Und finally, so sieht das jetzt bei mir aus:


Update 08.11.2012 12:25:

So, einige unbefriedigende oder fehlende Funktionen hab ich doch noch beheben können:

  • Die Sache mit dem TAB innerhalb einer Zeile funktioniert jetzt. Wenn ich im Insertmode einfach TAB drücke, rückt er die Zeile passend ein, ganz wie im Emacs. Der entsprechende Vim Befehl ist '=^' im Normalmodus.
  • Neu eingebaut habe ich noch CTRL-K: damit wird die aktuelle Zeile entfernt. Im Unterschied zu Emacs ist es dabei sogar egal, wo in der Zeile der Cursor ist. (Besser als Emacs? Gibts ja nicht!)
  • Mit dem Vim Befehl "gg=G" kann man den kompletten Buffer neu einrücken (Indent). Dafür hab ich mir ein eigenes Command ":IndentBuffer" erstellt. Und ich habe herausgefunden, dass ich das mit einem Textabschnitt auch machen kann: im Visualmode ('V') Zeilen markieren und dann direkt '=' drücken.
  • Ausserdem führt jetzt ein CTRL-L im Insertmode dazu, dass der Buffer so gescrollt wird, dass die aktuelle Zeile in der Mitte ist. Nutze ich im Emacs ständig. Hachmach
  • Und das Farbschema hab ich nochmal nachgebessert, war zu viel Giftgrün drinnen.


07.11.2012 19:33 CC0 emacs howto unix vim Emacs






Firefox nicht mehr supportet

Diese Meldung habe ich heute vom Firefox bekommen. Was sagt man dazu. Natürlich läuft auf meiner ollen MacOSX Kiste noch eine alte OSX Version (10.5.8), die ich aber nicht updaten kann und will. Ok, das Teil kommt eh demnächst auf den Müll, neues ist bestellt.

Nichts desto trotz ein Unding. Schlimm genug, dass einen der Hersteller zu Updates nötigt (und in meinem Fall tut er's nicht mal! Es gibt sogar noch Security-Patches!), nein, nun muß das auch noch Firefox machen. Und das ohne Not. Das kann denen doch scheissegal sein, welche OSX-Version einer hat. Leute, da läuft ein Unix drunter. Also kriegt man das auch compiliert. My Goodness!

Bild: Firefox will nicht mehr
Firefox will nicht mehr (Nov. 6, 2012, 5 p.m.)
[Tags: apple ] [Album: Screencaps ]

06.11.2012 16:56 CC0 apple firefox Unfassbar






Wiewie gestorben - Updated 10.11.2012 17:19

Wir haben 3 Bartagamen: Sir William, ein Männchen. Luise (voller Name: Baroness Luise von Mainhausen zu Burg auf Fehmarn [ja wirklich!]), ein Weibchen. Und Wiewie, auch ein Weibchen. Wiewie lebte allein, weil sie sich mit Sir William nicht vertragen hat, und war eigentlich immer die robusteste und gesündeste von allen. Sie war auch keine der berüchtigten Farbzuchten, sondern ging eher in Richtung der ursprünglichen Wildform.

Gestern jedoch war ihr deutlich anzusehen, dass etwas nicht stimmt. Sie war deutlich entkräftet und kroch nur noch anstatt zu laufen. Sie hatte einen schwarzen Bart, was sie sonst nie hatte. Später atmete sie nur noch stossweise mit minutenlangen Pausen dazwischen, auch als Schnappatmung bekannt. Die Augen sind immer mehr eingefallen und sie reagierte im Grunde auf gar nichts mehr. Die Schnappatmung wurde immer schrecklicher, sie bäumte sich dabei jedesmal heftig auf. Furchtbarer Anblick.

Die sogleich eingeschaltete Tierärztin konnte ihr nicht mehr helfen, zumal Sonntag nachts. Nach ein paar Stunden Quälerei ist sie dann gestorben. Das schlimme ist, dass wir meinten, gerade bei Wiewie alles richtig gemacht zu haben. Es gab zwar einen (noch) unbestätigten Verdacht auf ein Ödem, aber ansonsten war sie topfit. Noch am Samstag zuvor hatte sie ganz normal gefressen. Wir haben sie heute zu Exomed geschickt zur pathologischen Untersuchung, denn in so einem Fall möchte man schon wissen, woran es lag.

Für die Tierärztin habe ich Wiewie gefilmt. Wie sich nun herausstellt, waren das die letzten Filmaufnahmen von unserer Kleinen:

Oft heisst es, dass Bartagamen bzw Reptilien im Allgemeinen, keine Indiviualität haben. Doch haben sie. Wiewie war recht zickig. Die Beifahrerin mochte sie nicht leiden, obwohl sie eigentlich ihr gehörte. Mich jedoch scheint sie gemocht zu haben. Während sie von der Beifahrerin kaum herausholen ließ, war das bei mir kein Problem, da war sie immer völlig entspannt. Sie saß am liebsten auf einem Vorsprung der Rückwand und hat grundsätzlich oben rechts auf der Rückwandkante geschlafen.

Rest in Peace meine Kleine.


Update 10.11.2012 17:19:

Wir haben jetzt das Sektionsergebnis von Exomed bekommen: Wiewie hatte einen angeborenen Herzfehler (Mißbildung) und ein Lungenödem. Das Ödem hat auf das Herz gedrückt. Durch den Herzfehler ist es zu einem Aortenriß gekommen. Das hat zu inneren Blutungen, Organversagen infolge Unterdurchblutung und schließlich zum Tod geführt. Ausserdem wird das ganze wohl ziemlich schmerzhaft gewesen sein. Die arme Kleine.


05.11.2012 21:13 CC0 barties terrarium Terrarium






Quietly Confident - Static Website Generator - Updated 11.11.2012 17:07

Sodele. Für die Beifahrerin brauchte ich einen Static Site Generator, das heisst, ein Tool mit dem man aus Textseiten und Verzeichnissen eine Webseite generieren kann. Der Benutzer (also die Beifahrerin) soll dabei mit möglichst wenig bis nichts technischem belästigt werden.

Ich habe eine Menge Tools ausprobiert, es gibt da ja eine Menge. Aber ich fand keins, das den Anforderungen genügte. Entweder zu kompliziert oder altmodisch oder in Ruby geschrieben. Langer Rede, kurzer Sinn: hab ich mir eben meinen eigenen geschrieben. Man hat ja sonst nichts zu tun.

Das Teil heisst Quietly Confident. Der Name ist eventuell erklärungsbedürftig. Es war so, dass mir halt nichts gescheites eingefallen ist. Und als ein Geek, der etwas auf sich hält, bin ich natürlich Science Fiction Fan. Ach was - Freak! Und als ein solcher liebe ich die Bücher der Kultur-Reihe von Ian Banks. In diesen Büchern gibt es auch Raumschiffe und diese gelten in der Kultur als vollwertige Bürger. Sie haben eine Persönlichkeit und Namen. Die Namen der Schiffe in der Kultur-Reihe sind legendär. Nun ja, eines davon ist die "Sleeper Service", ein sogenanntes "Allgemeines System Fahrzeug". Dieses Schiff mochte ich ziemlich gerne. Witziger Typ sozusagen. Das Schiff hatte jedenfalls früher mal anders geheissen und hat sich selbst umbenannt nach: Quietly Confident. Daher kommt also der Name für meinen Sitegenerator. Hat freilich rein gar nichts mit Perl, Webseiten oder git zu tun. Und? Mir doch Latte.

Quietly Confident oder abgekürzt qc versteht Markdown, Perl POD, HTML (auch von MS Word erzeugtes HTML) und Plain Text. Er wandelt alles in HTML um. Unterverzeichnisse werden zu Menüs mit einem Untermenüpunkt pro Datei dort drinnen. Sortieren kann man in dem man einem Namen eine Zahl voranstellt. Bilder tut man irgendwo rein, qc kümmert sich darum, dass die nachher alle dort landen wo sie sollen. Es gibt ein Blogfeature und das Tool unterstützt Git. Man kann es als Daemon laufen lassen. Dabei beobachtet es ein Git Repository und wenn sich da was geändert hat, aktualisiert er es und baut die Seite neu. Geht aber auch alles ohne Git. Und zum schnell mal eben Testen ist auch ein Webserver eingebaut.

Wie üblich bei meinen Perlsachen ist der primäre Download beim CPAN. Den Source verwalte ich bei Github.

Hier hab ich mal eine Beispielseite laufen, die mit Quietly Confident erzeugt wurde.


Update 05.11.2012 19:51:

Ich habe jetzt ein Synchronisationsscript hinzugefügt. Das Script läuft als Windows-Service und synchronisiert das Source-Verzeichnis für QC automatisch, sofern es Änderungen gibt. Für den User - also die Beifahrerin - funktioniert das daher nun folgendermaßen: Datei erstellen/ändern, Speichern. Das wars. Übertragen und neu generiert wird automatisch.

Damit das klappt, muss man auf dem Windows-Client-Rechner Cygwin installieren. Die Pakete openssh und rsync müssen installiert sein. Man erstellt dann mit dem Cygwinuser einen SSH Public Key ohne Passphrase und installiert den dazugehörigen Public-Key auf dem Server in der dortigen .ssh/authorized_keys Datei. Das oben verlinkte Script installiert man unter Cygwin nach /usr/bin oder wo auch immer im $PATH.

Anschliessend muss man das Teil noch bearbeiten, so dass die Parameter passen wie Username, Hostname und Verzeichnisse. Und dann als Service installieren:

cygrunsrv -I websync -d "Sync Static Web Source" -p /bin/bash.exe -a /home/$USER/bin/websync-service
Und danach Starten:
cygrunsrv -S websync
Das wars auch schon. Der Service loggt nach /var/log/websync.log bzw in das rsync.log File, das im Script angegeben ist (den Pfad muss man anpassen).

Im Ergebnis ist das die maximal komfortabelste Möglichkeit, eine statische Website zu pflegen, ohne sich mit irgendwelchen Online-Editoren, CMS-Kram, manuellen Uploads und dergleichen Dingen herum zu plagen.


Update 11.11.2012 17:07:

Ein Demo Video gibts jetzt auch bei ascii.io.


01.11.2012 00:09 CC0 git perl software web20 Source