Grünes Heupferd im Garten gefunden

Heute hat mein Frauchen beim Gärtnern ein Grünes Heupferd entdeckt. Faszinierend:

13 October 2013 | #draussengewesen

 

Feeding the attention whore

Da macht also jemand eine neue Webseite auf. Das ist ein Ereignis wie es alltäglicher nicht sein könnte. Es handelt sich um das hunderttausendste Newsportal. Das ist noch wesentlich alltäglicher. Oder: langweiliger. Und die Seite ist schlecht gemacht, oberflächlich, bezahlt ihre Autoren nicht und will eigentlich nur eins: Aufmerksamkeit.

Darüber regen sich alle auf.

Und schreiben darüber.

Und setzen einen Link dahin.

Und erzeugen so ebenjene Aufmerksamkeit, die zu erlangen dem neuen Portal gerade vorgeworfen wird.

Man muss das nicht verstehen. Manchmal muss man sich wirklich fragen, ob die sogenannte Schwarmintelligenz des Netzes, die offenbar zu solchen Wellen führt, tatächlich eine "Intelligenz" ist. Offensichtlich ist die Summe der Einzelteile nicht MEHR, sondern WENIGER. Insofern würde ich das lieber als Mob bezeichnen.

Ein Mob, der dem Rattenfänger atemlos hinterherläuft und sich beschwert, dass der Rattenfänger solch ein Tempo vorlegt.

(Angesichts dessen, was ich hier kritisiere, wäre es natürlich kontraproduktiv, meinerseits auch einen Link zu der neuen Allerweltsportalseite zu setzen, was ich folglich unterlasse.)

11 October 2013 | #geschwätz

 

Aus dem Mailarchiv - Richard Morrell: You are a twat

Richard Morrell, Redhat "Security Evangelist" (wtf soll das eigentlich für eine Jobbeschreibung sein?) hat mir vor 11 Jahren mal eine Mail geschrieben. Ich weiss nicht mehr, was ich ihm damals womöglich angetan hatte.

Vermutlich eine Diskussion auf der Smoothwall Mailingliste über OpenBSD oder sowas (damit war ich zu der Zeit beschäftigt).

Der Inhalt der Mail war:

You are a twat. Just wanted to let you know.

Hier die ganze Mail:

Schöne Zeiten waren das damals :)  Ich glaub von Theo de Radt (OpenBSD) hatte ich auch mal sowas ähnliches an den Kopf geworfen bekommen. Wobei letzterer ja dafür bekannt war.

01 October 2013 | #gefunden

 

Königsberger Klopse im Baumarkt

Ich muss ja mehr oder weniger regelmäßig die Insel verlassen, um weiter südlich in Dunkeldeutschland meinem Broterwerb nachzugehen. Da ich kein junger Hüpfer mehr bin und über die Jahre diverse Eigenheiten und Marotten entwickelt habe, gönne ich mir den Luxus einer eigenen Unterkunft in Form einer formidablen Mietwohnung in einem kleineren Ort unweit meiner Arbeitsstelle, die ich nur etwa ein dutzend Wochen im Jahr mit meiner Anwesendheit beehre, was ich jetzt schon seit knapp drei Jahren so handhabe.

Bereits beim Einzug war meine erste Frage gewesen, wo man hier denn einkaufen könne. Einhellig verkündeten Vermieter und Vormieterin, dass der Ort mit einem Aldi gesegnet sei. Obwohl unerfreulich, denn ich mag den Aldi nicht, nahm ich das als gegeben hin, fügte mich in mein jammervolles Schicksal und kaufte fortan, so es die Umstände erforderten, dort ein. Ich muss erwähnen, dass die Entfernung von meiner Behausung bis zum erwähnten Aldi recht erheblich ist, so dass ich mir extra ein gebrauchtes Fahrrad kaufen musste, um dorthin zu gelangen.

Und so kommt es, dass ich alle paar Wochen das Fahrrad, welches übrigens gar furchtbar ist, aufpumpe, die Treppen runterbugsiere und zum Einkaufen fahre. Dies tat ich auch letzten Samstag. Meine Spezivorräte waren aufgebraucht. Der Aldi befindet sich in einem Gewerbegebiet. Gegenüber befindet sich ein Baumarkt mit Getränkemarkt. Dachte ich zumindest. Denn der Name des Marktes lautet "toom Markt". "toom" kenne ich aus meiner Zeit in Bayern. Sofern mich meine Erinnerung nicht trügt, handelt es sich dort um einen Baumarkt. Daher ging ich davon aus, es auch hier mit einem solchen zu tun zu haben. Dass es dort auch Getränke geben musste, ergab sich aus der Tatsache, dass ich hin und wieder Leute mit Bierkästen und ähnlichem den Markt verlassend beobachten konnte.

Just in dem Moment, in dem ich auf den Parkplatz des Aldis einbiegen wollte, ereilte mich ein Geistesblitz. Wozu im Aldi billge Pansche kaufen, wenn man doch ein vermutlich gescheites Spezi im Getränkebaumarkt kaufen könnte? Richtung geändert und vor "toom" das Fahrrad abgeschlossen.

Mir kam es unterschwellig schon immer ein wenig eigenartig vor, aus welchem Grund man in einem Baumarkt Getränke verkaufen sollte. Ich habe dieses leise Grummeln aber immer unter der Kategorie "Du bist hier in Dunkeldeutschland, da mag das anders sein" abgelegt und ignoriert. Mit der gesicherten Erwartung, auf Schrauben, Bohrmaschinen und Bierkästen zu stossen, betrat ich den Markt. Und war schockiert.

Schockiert!

Denn es handelte sich um einen Supermarkt. Einen echten Supermarkt. Mit Käsetheke, Schokoladeabteilung, Gefrierpizzakühltruhen und was eben so dazu gehört. Riesig. Schön. Supermodern. Eine wahnsinnige Auswahl. Ich staunte Bauklötzer. Und grinste von einem Ohr zum anderen. Das Gefühl lässt sich am besten nachvollziehen, wenn man sich vorstellt, zwanzig Jahre in der DDR gelebt zu haben und einen Tag nach dem Fall der Mauer Westberlin bereist und dort zum ersten Mal einen Supermarkt betritt:

"Wie im Westen!"

Freilich kann das kein "Wessi" nachvollziehen, ich gebe es zu. Aber das Gefühl war überwältigend. Der Gipfel des Luxus. Nie wieder Aldi! Gütiger! Da ich in meiner Unterkunft nicht kochen, sondern nur aufwärmen kann (die Herdplatte ist kaputt und Dank Pizzaservice hat sich eine Reparatur nie ergeben), habe ich mich umgehend eingedeckt: frisches Brot, Käse (von der Käsetheke. Teuer. Scheisse, Ja!), Schoki und ein Fertiggericht: Königsberger Klopse. Von REWE.

Und die schmecken vielleicht. Wunderbar. Und das sagt einer, der vom Fach ist (früher mal, jedenfalls). Eine Ära des Darbens und Leidens ist zu Ende. Schön. Wobei mir - alte Meckertante wie ich nun mal bin - dabei in den Sinn kommt, doch Kritik anzumelden: Wie kann man einen Supermarkt nur mit "toom Markt" beschriften? Der Markt hat auch keine Fenster nach vorne so dass man von aussen sehen könnte, um was es sich handelt. Diese Schnösel, man verzeihe mir die Verbitterung, haben mich fast drei Jahre lang leiden lassen. Ich musste Aldinahrung zu mir nehmen und Pizza bestellen. Gar schröcklich.

Die Freude überwiegt jedoch und ich kann daher zum Schluss nur eins sagen: "toom Markt" ist super. Wäre ich bei Facebook und wüsste ich, ob die dort eine Seite haben, ich täte "like" klicken. Nein wirklich!

30 September 2013 | #draussengewesen

 

Wehrmachtssoldaten, Google und ein Bär

Vor ein paar Tagen hatte Google ja seinen 15jährigen Geburtstag. Was auch immer man von Google halten mag, es ist doch schon erstaunlich, was Google leistet. Hier ein Beispiel von heute:

Auf Pleated Jeans bin ich auf dieses Bild gestossen, das dort unter der Rubrik "Pictures that have a lot of Explaining to do" gepostet wurde:

 

 

Und da ich gerade eh nichts besseres zu tun hatte, habe ich die mit Abstand skurrilste Google Suchanfrage abgesetzt, die ich dort je eingegeben habe Wehrmachtssoldaten mit verkleidetem Bär:

 

 

 

 

Und so skurril das ganze auch sein mag, direkt der erste Link war ein Volltreffer:

 

 

 

 

Die Antwort:

Der Bär hat sich wahrscheinlich während der Jagd ergeben und musste mit den Wehrmachtssoldaten daraufhin dieses Siegerbild machen! Es könnte aber auch symbolisch gemeint sein, heißt zum Beispiel dass es für den russischen Bären stehen könnte. Ich tippe allerdings auf einen Brauch. Ort und Datum wären hier sehr hilfreich zur Beantwortung deiner Frage. Ich schätze, dass diese Bilder während des Russlandfeldzugs entstanden sind, und der Bär auf einen Frührjahrskult hindeuten könnte. Wikipedia bestätigt das:

 

Ein ländlicher oberschlesischer Faschingsbrauch ist das Winteraustreiben bzw. Bärenführen. Symbolisiert wird  der Winter durch eine als Bär verkleidete Person. Dieser wird durch eine als Polizist verkleidete Person festgenommen. Gefolgt von weiteren verkleideten Leuten wird der Bär aus dem Ort verwiesen, wobei vorher von Haus zu Haus gezogen wird. Der Bär soll auch für das Böse stehen, das aus dem Ort herausgebracht wird. In manchen Orten besteht das Bärenkostüm traditionell aus Stroh. In der Fastnachtszeit wird auch der „Babski Comber“ bzw. „Comber“ (aus dem Deutschen: Zampern) gefeiert. Ein Faschingsfest das den Frauen vorbehalten ist, jedoch gewährt man auch den als Frauen verkleideten Männern den Eintritt.

 

Und wenn man dem nachgeht, findet man den Brauch tatsächlich bei Wikipedia beschrieben: Bärenführen.

 

Ich könnte nicht sagen, wie ich das ohne Google hätte herausfinden können. Insofern: Alles Gute zum Geburtstag, Google!

 

PS: Somit konnte ich denn auch die Frage dort bei Pleated Jeans beantworten:

 

About the last one: This is part of an quasi-religous ritual in Upper Slesia which is still practised today. Someone dresses up as a bear and some other people dressed up as police officers or something like that “arrest” the bear and lead him out of the village. It’s part of a carnival ceremony called Bärenführen (page only in german, sorry). Probably the Wehrmacht soldiers on the image were somewhere in the east (now poland) when the ceremony were upheld and participated.

 

 


29 September 2013 | #gefunden