OLG Brandenburg: Archiv != Artikel

Das OLG Brandenburg meint:

Die Einstellung von für die tagesaktuelle Berichterstattung verfassten Artikeln in ein Online-Archiv stellt eine gesonderte Nutzungsart [dar]
[..]
Ein Archiv hat dagegen eine andere Funktion. Dabei handelt es sich um eine Datenbank, die, wenn sie mit einer Suchfunktion ausgestattet ist, als Nachschlagewerk dienen kann.

Schlimm, oder?

Eine "Online-Zeitung", was ist das denn? Ein Webserver, dahinter ein Applicationserver, dahinter eine Datenbank. Auf dem Applicationserver läuft ein CMS, mit dem Redakteure Artikel einstellen, taggen, kategorisieren usw. Alle Artikel landen in der Datenbank. Also wirklich ALLE. Die Aktuellen landen da und die Alten bleiben da.

Und irgendwo auf der Webseite gibts einen Link "Archiv 1995 - 2010" oder so. Und wenn man da drauf klickt, wird im CMS eine Funktion aufgerufen, die dann Artikel raussucht, die aus dem Zeitraum sind, z.b.:

def archive(request, maxyear):
   articles = Article.objects.filter(pubdate__lt=maxyear)
   return render_to_response("archiv/index.html", dict(articles=articles)

So in der Art. Und auf der Archivseite erscheinen dann Links zu den alten Artikeln. Es handelt sich hierbei natürlich immer noch um die gleichen Artikel wie zu dem Zeitpunkt als sie ein Redakteur ins CMS eingestellt hatte. Das Publizierungsdatum matcht jetzt nur auf den Archivzeitraum. Das ist alles.

Einen Prozess "Artikel ins Archiv Einstellen" gibt es in einem CMS nicht. Und wenn es ihn gibt, ist es ein scheiss CMS - sowas soll's wohl geben. Und daher frage ich mich, was dieses o.g. Urteil eigentlich soll. Eine Zeitung darf einen Artikel in ihr CMS einstellen, aber nicht in der Liste der älteren Artikel erscheinen lassen?

So wie bei den ÖR wo Artikel nur 7 Tage sichtbar sind, weil unsere Nachfahren auf gar keinen Fall erfahren dürfen, was wir heute so getrieben haben? Diese verfluchte Ignoranz und Ahnungslosigkeit solcher Leute geht mir vielleicht auf den Ranz.

(via)

25 September 2012 | #unfassbar

 

Krimskrams, Goggelmoggel und Muggefugg

Update 2012-09-30:

Huh! Ich habs schon immer gewusst: L<Die Curiosity Mission ist ein Fake!|http://www.ufo-blogger.com/2012/09/who-is-cleaning-nasa-mars-rover.html>. Der Mann will auf einem Curiosity-Foto den Schatten eines Menschen im Raumanzug erkennen können, der den Rover putzt. L<Hier ist das Originalbild von der NASA|http://mars.jpl.nasa.gov/msl-raw-images/proj/msl/redops/ods/surface/sol/00050/opgs/edr/ncam/NLA_401939800EDR_D0042956NCAM00313M_-br.jpg>. Wirklich putzig diese närrischen Verrückten :)<p>Update 2012-09-30:</p><h4>Still Alive</h4>Ghttp://stream.pleated-jeans.com/post/32532247283|http://25.media.tumblr.com/tumblr_mb0wb7Bziq1qzjlm6o1_500.png<p>Update 2012-09-27:</p>L<Die ultimative Karrikatur|http://www.theonion.com/articles/no-one-murdered-because-of-this-image,29553/><p>Update 2012-09-27:</p>L<Tears of Steel|http://mango.blender.org/production/tears-of-steel-download-watch/> heisst ein neuer Openmovie des Blender-Teams. Der Film ist technisch ausgezeichnet, aber die Handlung erschliesst sich mir nicht wirklich. Trotzdem gut zu wissen, was man heutzutage mit Opensource alles auf die Beine gestellt bekommt.<p>Update 2012-09-26:</p>Faszinierend: L<Es gibt seit 350 Millionen Jahren Fleisch, das wie Hühnchen schmeckt|http://www.slate.com/articles/life/food/2012/09/tasting_like_chicken_its_evolutionary_origins_.single.html>. Mutmaßlich die erste nach Hühnchen schmeckende Art war Pederpes finneyae. Sehr schön hergeleitet :)<p>Update 2012-09-25:</p>Stellt sich raus, dass die lästigen roten Nacktschnecken L<Aliens sind|http://www.europe-aliens.org/speciesFactsheet.do?speciesId=52937>. Jedenfalls ist das neu für mich.<p>Update 2012-09-25:</p>Qhttp://www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/43022027/Frye_FoFra-2012_02_46-50.pdf|Sighard Neckel, Uni Frankfurt über die Gier|Gier wird heute Begleiterscheinung und Nebenprodukt eines Wettbewerbs, der davon regiert wird, die stets lauernde Chance auf den jeweils noch besseren Deal nicht zu verpassen.
Die Publikationspraxis dieser Uni gefällt mir ohnehin gut. L<Komplette Liste Ausgabe 2-2012|http://www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/34831594/aktuelle_Ausgabe>. Man kann jedes auch einzeln runterladen. Keine Paywall, nix. Sehr schön.<p>Update 2012-09-25:</p>Aha. Laut einer aktuellen L<Studie|http://www.norc.org/PDFs/Beliefs_about_God_Report.pdf> ist die Rate der Atheisten in der Bevölkerung in Ostdeutschland am höchsten. Die zunächst naheliegende Erklärung ist, dass das am SED-Regime liegt, das sich darauf konzentriert hat, die Jugend sozialistisch zu indoktrinieren und dadurch nicht viel Platz für Religion übrig blieb. Das dachte ich bisher auch. Aber: der prozentuale Anteil der unter 28-jährigen ist so hoch, dass die Studie überhaupt gar nicht erst Religiöse gefunden hat! Und diese Menschen wurden nach dem Mauerfall geboren. Es stellt sich heraus, dass es in Ostdeutschland eine Art Identität gibt, die zwar während des Regimes entstanden, aber weiter existent ist. Faszinierend. Me too, by the way.

(L<via|http://www.guardian.co.uk/commentisfree/belief/2012/sep/22/atheism-east-germany-godless-place>)<p>Update 2012-09-24:</p>In Griechenland (das ist die Gegend, wo mal die Demokratie erfunden wurde, wir erinnern uns!), führt seit neuestem Blasphemie zu einer L<Anklage|http://www.businessinsider.com/geron-pastitsios-2012-9>. Auf Facebook übrigens.<p>Update 2012-09-24:</p>Das Verfassungsgericht sagt der CDU: Das Wahlrecht verstösst gegen die Verfassung, Ihr müsst es ändern. Was tut die CDU? L<Sie wollen die Verfassung ändern, um dem BVG zu verbieten, der CDU Vorschriften bezüglich des Wahlrechts zu machen|http://blog.fefe.de/?ts=ae9eb63d>. WTF?!

24 September 2012 | #gefunden

 

Klarnamenpflicht

Udo Vetter berichtet über die neuesten Pläne in der EU zum Thema Unterdrückung der Gesamtbevölkerung, (von denen) bezeichnet als "Clean IT". Die einzelnen Maßnahmen sind eine haarsträubender als die andere. Provider sollen für praktisch alles haftbar gemacht werden, was User tun. Behörden sollen Auskünfte bekommen, ohne dass noch Gerichte involviert werden. Und:

Außerdem in der Planung sind Meldebuttons für “terroristische Inhalte” und eine strikte Klarnamenpflicht in Foren und sozialen Netzwerken. Anbieter aus dem Bereich Web 2.0 sollen nicht nur verpflichtet werden, ihre Nutzer rechtssicher zu identifizieren. Soziale Netzwerke sollen sogar dafür Verantwortung tragen, dass Nutzer nur echte Profilfotos von sich hochladen.

Mit den Klarnamen haben sie es ja. Ist ja auch eine echte Belastung, herauszufinden wer da im Forum XYZ als User "Zenzi83" gepostet hat. Und leider funktioniert es im echten Leben ja nicht so wie bei Navi CIS, wo einer ein wenig herumklickt und in Nullkommanichts die Adresse des dahinterstehenden Menschen heraus hat. Da gilt es den ISP herauszufinden, bei dem das Forum läuft. Und den zu kontakten, wer den denn der Kunde ist, der das Forum XYZ betreibt. Und den muss man dann - sofern man die Auskunft überhaupt erhalten hat, ohne Gerichtsbeschluss eher nicht - kontaktieren, damit er mitteilt, wer der Mensch hinter dem User "Zenzi83" ist. Wenn er es weiss - meistens aber eher nicht.

Das Konzept der anonymen Kommunikation kotzt die EU-Faschisten schon lange an. Dass die Bürger einfach so ungestraft ihre Meinung äussern können. Das geht natürlich gar nicht. Unfassbar. Also ich betreibe ja auch ein kleines Forum. Gut, viel los ist da nicht mehr, sind alle bei Facebook. Aber nur mal so jetzt. Bei mir braucht es nicht mal eine Emailadresse für einen Account. IPs logge ich nicht. Anonymer geht nicht. Wie stellen die sich das vor? Soll ich mit der Deutschen Post einen Post-Ident-Vertrag abschliessen? Für die drei User, die ich hab? Ganz sicher werde ich das nicht tun. Facebook aber schon, ist doch klaaaaar! Im nächsten Schritt wird es dann Pflicht, bei Facebook einen Account zu haben, mit Klarname und Impressum. Und Behördenpost kriegt man dann als Facebook-PN. Was für Schwachmaten!

Wenn man sich diese ganzen Ideen, die diese Faschos da verbreiten, so anschaut, wünscht man sich den Schäuble als Innenminister zurück. Was für ein lupenreiner Demokrat der im Vergleich dazu war. Und er war sogar demokratisch legitimiert, zu sagen und zu tun, was er gesagt und getan hat. Im Gegensatz zu diesen EU-Faschisten. Denn das sind sie: Faschisten. Wie sonst soll man Leute bezeichnen, die ALLE BÜRGER pauschal als Terroristen verdächtigen UND so behandeln wollen, unter vollständiger Missachtung jeglicher Bürgerrechte oder Justiz? Genau.

Die Frage ist, was wird passieren, wenn die das durchkriegen?

Ich schätze, die Damen und Herren Möchtegerndiktatoren werden überrascht sein. Denn sie haben immer noch nicht verstanden, womit sie es beim "Internet" zu tun haben: mit einer Schwarmintelligenz. Und zwar einer stetig expotentiell wachsenden, intelligenter werdenden und immer komplexeren Schwarmintelligenz. Das Internet als solches hat sich längst deren Kontrolle entzogen. Das Netz wird immer Wege finden, die Faschisten, Diktatoren und Korrupten zu umgehen und auszutricksen.

Insofern behaupte ich mal, dass nicht viel passieren wird, ausser viel Geschrei. Davon ab, dass sie es sowieso nicht durchkriegen werden. Pack.

24 September 2012 | #gesellschaft

 

Debbie Huh?!

Kam eben per Mail rein:


> Von: ncc-announce-bounces AT ripe.net
> Gesendet: Montag, 24. September 2012 16:54
> An: db-wg AT ripe.net; ncc-services-wg AT ripe.net; ncc-announce AT ripe.net
> Betreff: [ncc-announce] Meet Debbie, the RIPE Database Robot!
>
> [Apologies for duplicates]
>
>
> Dear colleagues,
>
> RIPE NCC E-Learning is pleased to introduce you to Debbie,
> the RIPE Database Robot. Debbie is your guide through a new
> series of e-learning videos designed to help you get the most
> out of the RIPE Database:
> http://www.ripe.net/lir-services/training/e-learning/ripe-database
>
> The RIPE Database e-learning collection has also expanded
> with the addition of three new videos:
>
>  - Create More Specifics (Hierarchical Authorisation)
>  - Create IPv4 Assignments
>  - Create IPv6 Assignments
>
> There are now eight brief video tutorials (most around three
> minutes duration) giving step-by-step instructions for users
> to perform a range of different operations in the RIPE Database.
>
> If you have any comments or questions, please send an email
> to <e-learning AT ripe.net>.
>
> Happy learning!
>
> Sandra Bras
> Trainer / E-Learning Project Manager, RIPE NCC

Hab mir das mal angeguckt. Nicht, dass ich jetzt nicht wüsste, wie man die RIPE-DB benutzt, aber interessieren tut es einen ja doch. Und siehe da, in dem Video haben sie so ein Trickfilm-Avatar-Dingens, dass die Sachen erklärt. Also die Thematik ist ja ohnehin relativ langweilig. Aber eine lahme Trickfilmfigur, die durch die Schulungsvideos führt? Nee, RIPE, das geht besser.

Wo ist das Problem, da einen echten Mensch hinzustellen, der das erklärt? Vielleicht in einem lockereren Ton? Paar Späßchen hier und da? Das geht doch so nicht!

2012-09-24 - Debbie, RIPE's stupid E-Learning Robot:

24 September 2012 | #networking

 

Hochmut kommt vor dem Fall

Apple hat eine neue IOS Version herausgebracht. Eine der Neuerungen ist, dass die interne Maps Anwendung statt Googles Kartenmaterial eigenes verwendet. Ja man fragt sich, woher Apple auf einmal solches Material hat, sooo einfach ist das ja nicht zu beschaffen. Wenn man sich mal überlegt, wie lange Google gebraucht hat, um auf den heutigen Stand zu kommen.

Es kam, wie es kommen musste, die IOS 6 Maps Anwendung ist eine Katastrophe. Da fehlen Strassen, es fehlen Flüsse, es gibt würfelförmige Bäume, Orte die es nicht mehr gibt oder gleich ganz fehlen, verbogene 3D Strassen, Bildmaterial aus den 1950er Jahren, völlig unscharfe oder verpixelte Ansichten, Routen mit zig Kilometern Umweg, Läden die mitten auf der Strasse stehen ... die Liste ist endlos.

Der Tumblr The Amazing iOS 6 Maps sammelt die skurrilsten Patzer. Mein absoluter Favorit, Berlin in der Antarktis.

Gerade neulich hatte ich noch berichtet, welchen unvorstellbaren Aufwand Google betreibt, um seine Karten zu pflegen und verwalten. Das erklärt auch, warum die Apple-Karten so eine Katastrophe sind. Apple hat in das Projekt nicht die Resourcen investiert, wie Google getan hat. Vielleicht werden sie das ändern, wer weiss.

Auf jeden Fall zeigt dieser Fall einmal mehr, wie verblendet und arrogant dieser Konzern geworden ist. Eine Weile werden sie noch so weitermachen können, aber irgendwann (eher früher als später) wird das Schicksal, das für solche Firmen bestimmt ist, unerbittlich zuschlagen. Sehr zu meiner Freude.

21 September 2012 | #unfassbar