Mal a weng im Garten gewesen

Da haben wir einmal meine heutige Tagesbeute rote Mückenlarven, die ich aus meiner Wassertonne gefischt hab:

 Und eine Biene (eine Drohne, schätze ich), die nicht mehr fliegen konnte. Schlecht für die Biene, gut für mich, so konnte ich sie in Ruhe aufnehmen:

2012-08-22 - Makro einer Biene:

22 August 2012 | #fotografie

 

Geguckt: Nurse Jackie

 

Ich schaue gerade Nurse Jackie mit Edie Falco in der Hauptrolle. Ich bin kurz vorm Ende der zweiten Staffel. Und ich muss sagen, ich bin hingerissen. Ich mochte Edie Falco ja schon sehr gern in Sopranos, wo sie die Ehefrau des Mafiabosses gespielt hat. Aber die Rolle der Krankenschwester Jackie spielt sie so überzeugend, man könnte glauben, die Rolle wäre ihr auf den Leib geschrieben worden.

Diese Krankenschwester ist - einerseits - ein Engel der Menschlichkeit. Sie kümmert sich um Kranke und Verletzte ohnr Rücksicht auf Verluste, mit völliger Hingabe. Aber sie ist auch verheiratet und hat eine Affäre. Und das alles ist, wie man sich vorstellen kann, kaum unter einen Hut zu bringen. Was macht Jackie also? Die zieht sich Drogen rein. In rauen Mengen.

Die Serie ist ein Drama und eine Komödie gleichzeitig (ein Erfolgsrezept von HBO, das zu Recht immer wieder funktionert). Es ist entsetzlich mit anzusehen, was die Frau sich da so antut und gleich einen Moment später kommt man aus dem Gröhlen nicht mehr raus. Und abgesehen von Jackie ist die Serie insgesamt ein Kracher. Normalerweise kann ich Krankenhausserien nicht leiden. Zu viele Helden. Man sieht das ganz oft. Im "All Saint's Hospital" jedoch hat jeder Mitarbeiter irgendeinen Spleen. Es ist herrlich. Da ist die irre Ärztin Eleanor O'Hara, gespielt von Eve Best - Jackies Freundin - die stinkreich, nach aussen kaltherzig erscheint und doch ein riesengrosses Herz hat. Ich finde die klasse. Sie stielt Falco um ein Haar die Show. Und da gibt es einen schwulen Krankenpfleger mit Kuchensucht, eine Cheffin die richtig beknackt ist und doch - letzlich - immer zu ihren Leuten hält. Und nicht zu vergessen Merrit Wever als Zoey Barkow (im Bild rechts), was für eine Marke :)

Ich kann die Serie nur empfehlen. Sehr geil. Und vor allem wird man nicht immer am Ende mit irgendwelchem quasi-philosophischem Müll zugetextet, wie das zum Beispiel bei Greys Anatomy oder Private Praktice üblich ist.

22 August 2012 | #kino

 

daemon.de site relaunch

Ich wollte schon immer mal so ein Bullshitbingowort auf meiner Seite verwenden: Ich habe meine Site relaunched :) Und zwar unter Verwendung von Bootstrap und dem  Bootswatch Themesystem, wenngleich ich momentan noch den Default verwende. Aber ich hab sogar less installiert und kann alles ändern, wenn ich mag.

Nach 10 Jahren war das einfach mal nötig. Und man kann die Seite jetzt auch auf dem Handy anschauen ohne Augenkrebs zu kriegen.

Update 2012-08-22:

ich habe mich entschieden, das Spacelab Theme zu verwenden. Und ich habe die Schriftgrösse ein wenig erhöht. Schöne neue Welt. Hachmach…

21 August 2012 | #news

 

Legitime Vergewaltigung

Das hier ist Rep. Todd Akin, Missouri:

 

Der Mann glaubt (sic!), dass Frauen von einer "legitimen Vergewaltigung" nicht schwanger werden könnten.

Es ist ja schon unerträglich genug, diese ganzen Vollpfosten der Teaparty, die religiösen Fundamentalisten, die Holocaustleugner, Wissenschaftsgegner und Menschenfeinde ertragen zu müssen, die in den USA immer lauter werden. Ich betone lauter, denn mehr werden sie nicht, sondern weniger. Aber die immer wenigeren Extremisten, die in den US Medien eine Bühne geboten bekommen, werden eben immer lauter.

Aber was dieser Typ von sich gibt, übertrifft alles. Er ist ein Abtreibungsgegner, d.h. ein Frauenhasser. Er gibt offen zu, recht wenig von dem zu verstehen, was Ärzte so sagen. Aber er glaubt, dass Frauen einen körpereigenen Mechanismus hätten, mit dem sie ungewollte Schwangerschaften verhindern können. Sozusagen eine Art "Biologische Pille". Und wenn eine Frau vergewaltigt wurde und trotzdem schwanger wird, was nach seinem Glauben unwahrscheinlich ist, dann "wollte" sie quasi schwanger werden. Und das würde die Vergewaltigung dann legitimieren. Oder so. Man weiss es nicht.

Man kann gar nicht so viel essen, wie man kotzen mag bei solchen Bastarden. Ich frage mich, wie solche Leute überhaupt auch nur eine einzige Wählerstimme bekommen können. So unvorstellbar merkbefreit kann doch keiner sein! Aber anscheinend doch. Es wählen ihn genug Leute. Diese Leute, die so Jemanden wählen, sind eigentlich noch unerträglicher.

Im Prinzip ist dieses Zeitalter, das da auf uns zukommen will (ob es das schafft, wissen wir nicht, ich hoffe nicht!), schlimmer als das sogenannte "finstere Mittelalter". Damals wussten die Leute es nicht besser. Es gab keine erwähnenswerte Bildung und die einzige "Wissensquelle" war im Mittelalter die Kirche. Heute haben wir eine vergleichsweise umfangreiche Allgemeinbildung. Und üblicherweise haben Kirchen bei Bildung nichts mehr mitzureden. Zum Glück. Umso übelkeitserregender ist es, wenn Menschen, die an sich über genügend Wissen verfügen sollten, sich von solchen lügenden, menschenfeindlichen und rückständigen Extremisten angezogen fühlen.

Da regen sich alle über die Pussy Riot Verurteilung auf und jeder fragt sich, wie konnte es in Russland nur zu solch einer menschenverachtenden Diktatur kommen. Nun, Rep. Todd Akin ist die Antwort. Politiker wie er sind es, die das System kaputt machen. Wenn er könnte, wie er wollte, würde er auch Leute ins KZ schicken weil sie in einer Kirche getanzt haben. Und für Abtreibung würde es bei Todd die Todesstrafe geben. Folter wäre bei ihm Standard. Frauen würden nicht arbeiten dürfen, ausser im Bordell. Das Internet würde er abschaffen. Und auf Demonstranten würde er scharf schiessen lassen. Und Millionen würden ihm laut brüllend folgen. Wie gesagt, wenn er könnte, wie er wollte. Zum Glück hat die USA immer noch die beste Verfassung der Welt. Und Akin ist auch nicht der erste Spacken, der so drauf ist, es gab Dutzende, wenn nicht Hunderte vor ihm. Keiner von denen war letztlich erfolgreich. Auch er wird es nicht werden.

Aber darüber aufregen muss ich mich trotzdem.

(via)

Update 2012-11-08:

Das hat er davon: L<Abgewählt|http://www.kansascity.com/2012/11/06/3904274/akins-candidacy-doomed-after-rape.html>. Sehr gut. Funktioniert doch. Die Demokratie. Manchmal jedenfalls!

20 August 2012 | #unfassbar

 

Piraten in Schleswig-Holstein Unglaubwürdig

Ich hatte ja eigentlich nicht vor, über Politik zu bloggen. Aber für die Piraten in SH mache ich mal eine Ausnahme. Zunächst möchte ich nur 3 Postings der Piratenfraktion SH verlinken:

  1. Etablierte Fraktionen grenzen transparente Piraten aus
  2. Verteilung der Fraktionsmittel [..]
  3. Stellenanzeige Pressesprecher

Link 1 und 2 sind schnell erläutert. Die Piratenfraktion SH hat es sich zur Angewohnheit gemacht, die Beschlüsse der übergreifenden Fraktionen zu veröffentlichen. Das tun sie wegen der Transparenz, die sie sich auf die Fahnen geschrieben haben. Feine Sache, an sich. Nun haben die anderen Fraktionen die Piraten aus irgendwelchen Sitzungen deswegen ausgeschlossen - weniger fein - worüber sich die Piraten aufregen. Verständlich.

Und dann wäre da der dritte Link: man sucht einen Pressesprecher.

Eigentlich muss man es nicht erklären, ich tue es aber trotzdem: was ist der Zweck eines Pressesprechers? Wenn eine Institution, Organisation oder Unternehmen ein Problem hat, über das negativ berichtet wird und welches ungewollte Aufmerksamkeit erzeugt, wo unangenehme Fragen gestellt werden, dann verwendet man einen Pressesprecher. Diese Person (manchmal sind es auch mehrere oder gleich eine ganze Abteilung) fungiert als Schutzschild, um die Betroffenen (d.h. aus Sicht der Öffentlichkeit normalerweise Schuldigen) vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Zum einen, um diese Personen nicht diesen unangenehmen Fragen auszusetzen und zum anderen um zu vermeiden, dass diese Personen unter Umständen Dinge sagen, die sie nicht sollten.

Diese Dinge, die nicht gesagt werden sollen und die, die gesagt werden sollen bzw wie sie gesagt werden sollen, fasst man üblicherweise als Sprachregelung zusammen. Es passiert also etwas schwerwiegendes, das zu schlechter Presse führt, etwas Peinliches, Strafbares oder Unmoralisches. Um Schaden von der Organisation abzuwenden bzw den Schaden zumindest so gering wie möglich zu halten, setzt sich die Leitung der Organisation zusammen und beschliesst, wie zu diesem Thema nach aussen kommuniziert werden soll. Und damit diese Line - die Sprachregelung - auch eingehalten wird, braucht es eine zentrale Stelle, die dafür zuständig ist. Der Pressesprecher.

Fragt sich, wozu der Aufwand. Was soll so schlimm daran sein, wenn irgendwelche anderen Angehörigen der Organisation sich öffentlich zu dem Thema äussern? Nun - und das sollte eigentlich jedem klar sein - so jemand könnte die Wahrheit sagen. Und eine "Sprachregelung" ist üblicherweise nicht die Wahrheit. Im besten Fall kommt sie der Wahrheit nahe. Normalerweise werden die Dinge aber beschönigt, Teile weggelassen, Aussagen verdreht oder glatt gelogen. Und jeder, der im Fernsehen schon einmal das Gebahren eines Pressesprechers beobachtet hat (z.b. war das sehr schön während der Verhandlungen zwischen der Bahn AG und der Lokführergewerkschaft zu sehen), der konnte klar erkennen, was die Funktion des Pressesprechers ist. Er ist ein Schild. Er bekommt den Schmutz ab. Er befindet sich in der unangenehmen Lage, in der sich eigentlich der Chef der Organisation befinden sollte, für den der Pressesprecher tätig ist.

Zurück zu den Piraten. Die Piraten - auch die in SH - behaupten also von sich, Politik transparent gestalten zu wollen. Man kann sich nicht darüber beklagen, dass sie es nicht versuchen würden, siehe Link 2 oben. Ich muss mich trotzdem wundern, wozu um alles in der Welt diese Fraktion einen Pressesprecher braucht, der (auch das ist üblich bei Pressesprechern) auch noch für PR oder Öffentlichkeitsarbeit zuständig sein soll. Hätten die Piraten tatsächlich vor, sich auch selbst an ihre Transparenzforderungen zu halten, würden sie gemachte Fehler persönlich und öffentlich zugeben, sollte es dazu kommen. Und dann hätten sie auch keine Öffentlichkeitsarbeit nötig, denn immerhin ist Politik ja per definition bereits "Öffentliche Arbeit". Öffentlichkeitsarbeit ist in Wirklichkeit auch nur Neusprech und bedeutet so viel wie "Die Öffentlichkeit Bearbeiten", d.h. Lenken. Oder - Klartext - belügen.

Die Stellenanzeige ist aber online. Und damit ist klar, was von den Piraten in SH zu halten ist. So bedauerlich das auch immer sein mag. Sie gehen selbst davon aus, irgendwann zukünftig in eine Lage zu geraten, in der sie ihre Transparenzforderungen in den Wind schlagen werden. Wer aber von Anderen etwas fordert, das er selbst nicht einhundertprozentig einzuhalten gedenkt, ist unglaubwürdig. Woher soll man wissen, was bei den Piraten zukünftig wirklich vor sich geht, wenn deren Webauftritt nur noch von diesem Pressemenschen gepflegt wird? Ist die aktuelle Meldung dann einfach nur ein Tatsachenbericht aus einer Sitzung oder handelt es sich um eine bearbeitete "Sprachregelung"? Man weiss es nicht. Und insofern kann man deren gesamten Äusserungen dann in die Tonne treten.

Davon abgesehen, beinhaltet die erwähnte Stellenanzeige noch eine Bedingung, die man erfüllen muss, sollte man sich bewerben wollen:

Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung

Offensichtlich haben die Piraten den Sinn des Grundgesetzes nicht richtig verstanden. Es enthält Grundrechte, die den Bürger vor dem Staat schützen sollen. Das ist nichts, wozu man sich bekennen kann. Und es enthält Regelungen, wie der Staat zu funktionieren hat. Auch dazu muss man sich nicht bekennen. Denn das Grundgesetz gilt für den Staat, nicht für den Bürger. Der Staat hat sich an das Grundgesetz zu halten. Und ein Pressesprecher macht keine Gesetze und muss sich somit auch nicht um das GG kümmern. Oder gar dazu bekennen. Eine solche Bedingung zu stellen ist einfach nur blöde. Das ist genauso dämlich wie die neueste Regelung zur Vereinsfinanzierung, wo ein Verein nur eine Förderung erhalten kann, wenn er sich zum GG bekennt. Dämlich. Richtig dämlich.

19 August 2012 | #gesellschaft