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Krimskrams, Goggelmoggel und Muggefugg

Update 2012-10-04:

Moosbälle kennt jeder Aquarianer. Aber wehe man plant, die Teile in Australien einzusetzen. L oder wie im Fall der Täterin hier 250 soziale Arbeit. Sie ist aber nur knapp am Gefängnis vorbeigeschrammt. OMG!

↷ 04.10.2012 🠶 #gefunden

Krimskrams, Goggelmoggel und Muggefugg

Update 2012-10-02:

Haha: L<فليبارك الله أميركا|http://inothernews.tumblr.com/post/32732165320>

Update 2012-10-02:

SPAM ist ja bekanntlich immer nervig. Neuerdings bekomme ich auch SPAM von Twitter (weil ich den Ferienhaus-Account betreuue), noch dazu mit Webbugs. Als ob mein MailScanner die ignorieren würde. Pappnasen. Und dann die Verzweiflung, die aus dem Text trieft:
Verschönere Dein Profil mit einem Header-Bild. Durchsuche Deine neue Fotogalerie. Sieh Dir an, was andere Leute mit ihren Profilen machen. Versuche es jetzt. Hol Dir die App und versuche es jetzt.
Vögel.

Update 2012-10-02:

Was haben Myanmar, Sudan, Saudi-Arabien, Nordkorea, Syrien und Deutschland gemeinsam? L.

Update 2012-10-02:

Sicherheitsfrage
G

Update 2012-10-02:

L. Neue Erkenntnisse gibt es zwar keine, aber falsche Schlussfolgerungen und Forderungen: sowohl der Autor als auch Nic überlegen, wie man "Die Politik" dazu bringen könnte, das Problem der Bildungsmisere zu erkennen. Es ist aber genau andersrum. Wie kann man die Leute dazu bringen, zu erkennen, dass die sogenannte "Bildungsmisere" Absicht ist? Das die zunehmende Verdummung der Bevölkerung Gewollt ist? Und zwar weil man sie dann leichter im Griff hat? Irgendwie sehen das die Protagonisten aus der Bildungsbranche nicht. Dabei müsste man nur mal ein Geschichtsbuch aufschlagen. Da stehts drin.

Update 2012-10-02:

Die "Sea Education Association" führt eine Expedition in den Pazifik durch, bei der die Auswirkungen des Plastiks untersucht werden, das dort in rauen Mengen herumschwimmt. L.

Update 2012-10-02:

Die Erde singt. In dem Beitrag von Phil Plait ist auch ein MP3 verlinkt, unbedingt anhören. Die NASA hat Radiowellen aus der näheren Erdumgebung, die dort durch Interferenzen zwischen dem Erdmagnetfeld und Sonnenaktivität verursacht werden, in Audiowellen übersetzt. Hört sich wirklich schön an. Und schräg. L

↷ 02.10.2012 🠶 #gefunden

Die Arroganz der Entrüsteten

Seit vielen Jahren geht das Problem durch die Medien, es gibt unzählige Dokumentationen und Studien: die Abholzung der Regenwälder. Jedes Jahr werden allein in Brasilien Flächen in der Größe der BRD abgeholzt (oder so, genaue Größen habe ich jetzt nicht, das tut aber hier nichts zur Sache). Während zwar die Beweggründe der "Täter" durchaus umfassend beleuchtet werden, bleibt trotzdem die Entrüstung. Der Vorwurf der Zerstörung schwebt in jedem Bericht, jeder Doku und jedem Artikel unterschwellig mit.

Und in der Tat ist es entsetzlich was man da an Bildern zu sehen bekommt. Ein Alptraum im wahrsten Sinne des Wortes. In vielen Fällen wird den dort Verantwortlichen Verantwortungslosigkeit vorgeworfen, oder Ignoranz, oder Egoismus, oder Raffsucht, Gier - you name it. Mich stört das schon ziemlich lange. Diese hochnäsige Attitüde des Besserwissenden, der herabblickt auf die ungebildeten primitiven Horden, die rücksichtslos die Natur zerstören.

Die Frage ist, warum empfinde ich diese Sichtweise als arrogant? Im Grunde ist es sehr einfach. Wir - ich zähle mich da einmal mit hinzu - werfen den Menschen in der Dritten Welt Dinge vor, die wir auch getan haben. Oder noch tun. Unter "wir" verstehe ich damit unsere Kultur, das heisst nicht nur die jetzt existierende, die von sich selbst meint, besonders hoch entwickelt zu sein, sondern auch unsere Vorfahren, die ja unbestreitbar ein Bestandteil unserer Kultur sind. Denn wir sind in Summe nicht mehr und nicht weniger als das, was unsere Vorfahren uns in jeder Hinsicht hinterlassen haben.

Und unsere Vorfahren haben tatsächlich genau die Dinge getan, die die Menschen in Brasilien und anderswo heute tun: wir haben Wälder gerodet. Und zwar in großem Stil. Vor langer, langer Zeit war Europa einmal nahezu vollständig mit Wäldern bedeckt. Es gab unzählige Raubtiere wie Berglöwen, Pumas, Wölfe oder Bären und noch viel unzähligere Arten Pflanzenfresser. Nichts davon ist mehr da. Es gibt die großen Wälder Europas nicht mehr. Es gibt keine frei lebenden Bären mehr, eine Handvoll Wölfe quält sich noch in Polen durch ihre karge Existenz. Und wie wir heute wissen, leben in einem solch ausgedehnten Biotop eine Menge Arten, die allesamt austerben, wenn das Biotop verschwindet. Wölfe und Bären sind nur die Arten, von denen wir explizit wissen, dass wir sie ausgerottet haben. Wieviele ungezählte Spezies mag es hier gegeben haben, von denen wir gar nicht wissen, dass sie überhaupt je gelebt haben? Was für Blumen, Kräuter, Amphibien, Reptilien, Bakterien, Flechten und Vögel sind für immer verschwunden? Und das ist unsere Schuld, die Schuld unserer Kultur.

Das Ausmaß der Umweltzerstörung, das wir hinterlassen haben, übertrifft das der Brasilianer um ein hundertfaches. Es ist nur lange her. Niemand erinnert sich daran oder - wohl eher zutreffend - will sich daran erinnern. Ich muss mich nur auf der Insel Fehmarn, auf der ich heute lebe, umschauen. Hier gibt es überhaupt keinen einzigen unberührten Flecken mehr. Ja, es gibt ein "Vogelschutzgebiet Wallnau". Aber das ist flächenmäßig so winzig, das ist ein Witz. Und ansonsten gibt es auf Fehmarn nur Felder, Häuser und Strassen. Wir haben genau 2 Wälder. Jeder davon ist etwa 1-2 Quadratkilometer gross. Das ist alles. Es gibt ein paar Rehe, haufenweise Hasen, die üblichen Verdächtigen Vogelarten. Mehr nicht. Aber so war das freilich nicht immer. Früher war die Insel einmal vollständig von Wald bedeckt. Es gab einen Artenreichtum, von dem heute nichts mehr übrig ist. Ok, es ist locker 5000 Jahre her, seit die Menschen angefangen haben, hier die Wälder zu roden. Aber für die Natur, die dadurch verloren gegangen ist, macht es keinen Unterschied, ob etwas heute oder vor 5000 Jahren geschieht. Es ist geschehen, wir haben es getan und es ist nicht rückgängig zu machen.

Freilich ist das auch kein europäisches Phänomen. Als ein Beispiel von tausenden sei die Osterinsel genannt. Die war auch mal komplett mit Urwald bedeckt. Und das Biotop der Osterinsel war weiträumig isoliert. Man kann davon ausgehen, dass die allermeisten der dort vorgekommenen Arten einmalig waren. Vernichtet. Und natürlich ist die heutige "moderne" Forderung nach Wiederaufforstung keine wirklich neue Erfindung. Nachdem die Römer mit dem Bau des Hadrianwalls fertig waren, haben sie die ganzen Wälder, die sie dafür abgeholzt hatten, wieder aufgeforstet. Das war vor beinahe 2000 Jahren.

Was haben wir also? Da haben wir einen (fiktiven) Umweltschützer, der in Düsseldorf lebt. Er ist umgeben von Städten, Häusern, Gewerbegebieten, Industrie, Überlandleitungen, Windmühlen, Kraftwerken, Autobahnen, Freibädern oder Golfplätzen - keine Natur. Jedenfalls keine wirklich signifikant sich selbst überlassene, wilde, freie Natur in dem Sinne, wie wir einen Urwald betrachten. Er fährt jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit, wirft abends zu Hause die Heizung an, schaut Fernsehen und hat den Laptop auf dem Schoß. Dieser eine Umweltschützer verbraucht alleine mehr Energie, als eine mittlere Kleinstadt in Brasilien. Aber er regt sich auf. Über die Vollidioten dort drüben, die den Regenwald zerstören. Er spendet. Er unterzeichnet Peditionen. Er marschiert auf Umweltschutzdemos mit. Aber er fragt sich nicht, zu welchem Preis der ganze Komfort, mit dem er sein Leben verbringt, bezahlt wurde: durch die Zerstörung von Natur. Direkt dort, wo sei Haus steht, ist vor hunderten oder tausenden Jahren vielleicht der letzte Bär getötet oder der letzte tausendjährige Baum gefällt worden.

Diese Entrüstung, die allenthalben überall über dieses Problem geäußert wird, ist deshalb arrogant, weil sie von Menschen kommt, die sie gar nicht äussern könnten, hätten ihre Vorfahren nicht präzise das gleiche getan. Ich will damit nicht sagen, dass wir die Leute in Brasilien deswegen nun machen lassen sollen. Keineswegs. Aber aus Fehlern soll man lernen. Und diese ganzen sogenannten Umweltschützer sollten irgendwann einmal damit anfangen, besser bald als später. Die Fehler haben wir alle schon gemacht. Und die Frage, mit der man sich beschäftigen sollte lautet, wie kann man es besser machen? Wie kann man die Lebensqualität von Millonen oder Milliarden Menschen steigern, ohne allzu viel Natur dabei zu zerstören? Und die Antwort sollte nicht lauten, dass sich die Lebensqualität dieser Menschen nicht steigern soll. Doch, das soll sie. Aber solange sich darüber niemand Gedanken macht und Ideen vorbringt, wie das zu bewerkstelligen ist, sind die ganzen entrüsteten Umweltschützer nichts anderes als scheinheilige, sich selbst belügende, egozentrische, arrogante Ignoranten.

Und das geht mir gehörig auf den Zeiger. Musste ich einfach mal loswerden.

↷ 02.10.2012 🠶 #science

Feedextrator für meinen River of News

Ich hatte ja neulich schon mal erwähnt, dass Feedburner demnächst die Pforten dicht macht und Feed43 ja auch eine zentrale Lösung ist, von der ich abhängig bin.

Das habe ich nun geändert mit Feedextrator. Dabei handelt es sich um ein - bis jetzt noch - recht einfaches Perlscript, dass Webseiten abholt und anhand von konfigurierbaren Regeln Teile davon extrahiert und einen Feed daraus erzeugt. Das Funktionsprinzip habe ich Feed43.com abgekupfert. Ich brauche das in folgenden Fällen:

  • wenn ein Feed kein pubDate liefert (ich sortiere im River ja zeitlich), wie zum Beispiel Fefe.
  • wenn ein Feed nur kurze Überschriften oder Snippets und keinen Volltextfeed liefert, wie zum Beispiel Nils Bloghaus.
  • wenn eine Seite gar keinen Feed anbietet, wie zum Beispiel Al Daily.
  • oder wenn eine Seite einen Feed ausliefert, der von Feedburner generiert wird.

Mit dem Script habe ich diese ganzen Fälle jetzt erschlagen. Das Script ist noch nicht paketiert usw, ist aber OpenSource (Perl Lizenz, wie üblich bei mir) und kann hier schon mal runtergeladen/angeschaut werden:

Auf der River-About Seite sind ja alle Feeds aufgelistet. Die RSS Links unter dem Icon links zeigen jeweils entweder auf den original Feed oder auf den von meinem Script generierten. Hier mal als Beispiel der Feed von Al Daily/river/feed/rss/50/.

Update 2012-10-01:

Ich habe den Feedextrator nochmal erweitert, man kann da jetzt in der Config auch den Cookieheader angeben. Ganz konkret benutze ich das, um mir den Feed von L abzuholen. Im Falle dieses Forums ist der Feed zwar öffentlich sichtbar, aber es handelt sich um ein Burningboard. Da gibts auch mal Threads die man nur als angemeldeter User sehen kann, was für den Feed natürlich auch gilt. Da das Python Feedparser Modul aber eine solche Anmeldung nicht kann, mach ich es so. Ganz konkret habe ich einfach beim Login ins Forum mit dem Addon Liveheaders zugeguckt und mir dort den Cookieheaderwert rausgeholt. Ab in die Config und schwupp hab ich den kompletten Thread hier im River.

Mächtig gewaltig, wie Benny von der Olsenbande immer zu sagen pflegte...

↷ 29.09.2012 🠶 #river

Walled Garden Wissenschaft

Immer mal wieder rege ich mich über Paywalls auf, die mich daran hindern, die eine oder andere Studie anzuschauen. Aktueller Fall ist eine Studie über die Evolution der sexuellen Fortpflanzung.

Aufmerksam geworden bin ich über eine Pressemitteilung des IDW auf die Studie: Die Evolution der sexuellen Fortpflanzung. Das fand ich spannend und ergoogelte mir sogleich die Studie, die hier zu finden ist: Hydra meiosis reveals unexpected conservation of structural synaptonemal complex proteins across metazoans (doi: 10.1073/pnas.1206875109).

Und was wird da angezeigt:

Purchase Short-Term Access

Ärgert mich das? In der Tat!

Da es aber diesmal Studie deutscher Wissenschaftler ist, lässt sich besser herausfinden, wer die bezahlt hat. Gucken wir mal, in der Pressemitteilung findet sich schon ein Hinweis:

Die Forschungsarbeiten in Würzburg werden vom Schwerpunktprogramm 1384 „Mechanisms of Genome Haploidization“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. Die Arbeitsgruppe ist Mitglied des Programms seit der Gründung im Jahr 2009. [Hervorhebung durch mich]

Die DFG also. Kenn ich nicht. Google aber. Es handelt sich um einen Verein, der als solcher natürlich auch offenlegen muss, von wem er seine Gelder bekommt, als da wären:

Die DFG erhält ihre finanziellen Mittel zum größten Teil von Bund und Ländern, die in allen Bewilligungsgremien vertreten sind.

Und woher der Bund und die Länder ihre Gelder bekommen, ist hinreichend bekannt: vom Steuerzahler. Das schliesst mich ein. Es handelt sich also bei diesen Forschungsergebnissen um ein öffentliches Gut, da von öffentlicher Hand finanziert. Trotzdem darf eine US-amerikanische Entität (es handelt sich um ein Organ der National Academy of Sciences. Wer da wie was an Geld verdient und/oder was mit dem Geld geschieht, hab ich nicht herausgefunden) mit von deutschen Steuerzahlern finanzierten Forschungen Geld verdienen.

Na fein. Dann schreiben wir mal eine Email an die Herren Wissenschaftler und fragen die. Sofern ich eine Antwort bekomme, gibts ein Update.

Update 2015-07-28:

Ja, ist schon eine Weile her. Es ist weiter bisher nichts passiert. Daher habe ich mir den Zugang zu der Arbeit auf andere Weise beschafft. Freiheit der Wissenschaft? Wissen für alle? My Ass.

Update 2012-10-24:

Nun, auch deren "Präsidialbüro" hat nicht reagiert und auch von den angeschriebenen drei Wissenschaftlern kam bisher nichts. Ich habe den Fall daher dem L und dem L vorgetragen. Nicht, dass ich mir davon viel erwarten würde. Aber versuchen kann man es ja.

Aus dem gleichen Grund veröffentliche ich jetzt auch die Mail, die ich ursrünglich an die Wissenschaflter geschrieben hatte:

> Date: Freitag, 28. September 2012 14:32
> To: johanna.fraune@uni-wuerzburg.de;
>      alsheimer@biozentrum.uni-wuerzburg.de;
>      benavente@biozentrum.uni-wuerzburg.de
> Subject: Warum haben Sie die Studie "Die Evolution der
>               sexuellen Fortpflanzung" bei PNAS veröffentlicht?
> 
> Hallo,
> 
> ich bin über eine Pressemitteilung beim IDW auf Ihre Studie
> aufmerksam geworden:
> http://idw-online.de/pages/de/news498662. Ich fand das
> äusserst interessant und wollte mir die Studie durchlesen.
> Anhand der doi Nummer konnte ich die Stude bei PNAS auch
> finden, allerdings benötigt man, um darauf zugreifen zu können,
> eine kostenpflichtige Subscription, die ich nicht habe.
> 
> Nun habe ich herausgefunden, dass Ihre Forschung vom DFG
> finanziert wurde, der wiederum von Bund und Ländern - also
> dem Steuerzahler - finanziert wird. Daher finde ich es ein wenig
> befremdlich, wenn Sie Ihre aus Steuermitteln finanzierten
> Forschungsergebnisse hinter einer Paywall verbergen.
> 
> Um Ihnen meinen Standpunkt zu verdeutlichen: ich bin kein
> Wissenschaftler, ich bin lediglich ein interessierter Bürger, der
> sich hin und wieder mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen
> beschäftigt und der es auch gerne mal genauer wissen will. Ich bin
> aber auch werktätiger Familienvater und kann es mir nicht leisten,
> für 1 Artikel 10 oder 20 Dollar zu bezahlen oder gar meherere
> Hundert im Jahr.
> 
> Für andere Wissenschaftler Ihres Fachgebiets, jedenfalls solche,
> die an Universitäten organisiert sind, dürfte eine Veröffentlichung
> bei PNAS sicher kein Problem darstellen, da solche Institute
> üblicherweise über derartige Subscriptions verfügen. Für den
> Rest der Welt ist Ihre Studie aber praktisch nicht vorhanden.
> 
> Ich würde sehr gerne wissen, warum Sie die Studie bei PNAS
> veröffentlicht haben. Zumal es gerade in Ihrem Fachgebiet eine
> Alternative gäbe: L.
> Insbesondere, da Ihre Forschung mit Steuermitteln
> finanziert wurde, sollten die Ergebisse frei verfügbar sein.
> 
> Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin kein Vertreter einer
> angeblich grassierenden "Kostenloskultur" im Internet. Mir ist
> durchaus klar, dass die Herausgabe einer wissenschaftlichen
> Zeitschrift mit Arbeit und daher auch mit Kosten verbunden ist.
> Ich habe auch ein Abonnement einer wissenschaftlichen
> Fachschrift (allerdings aus einem anderen Fachgebiet). Das
> heisst, grundsätzlich hätte ich kein Problem damit, für solche
> Dinge zu bezahlen. Aber nicht solche Summen für 1 Artikel!
> Und da ich ein Laie bin, werde ich wahrscheinlich ohnehin
> nur die Hälfte der Studie verstehen, womöglich überfliege ich
> sie nur und es bringt mir gar nichts. Dafür gebe ich nicht
> solche Summen aus. Zumal ich als Steuerzahler ja ohnehin
> schon mit meinen Steuern zur Finanzierung Ihrer Arbeit
> beigetragen habe.
> 
> Also ich wäre Ihnen sehr verbunden, mir das zu erklären, weil
> es mir ein absolutes Rätsel ist, warum Wissenschaftler so etwas
> tun. Am Peer Review kann es kaum liegen, den bietet PLOS
> auch an.
> 
> Aufgrund Ihrer Veröffentlichung sieht es jedenfalls so aus, dass
> ich nach wie vor auf dem alten Wissensstand bin: dass sich die
> sexuelle Evolution mehrmals parallel entwickelt hat. Sie behaupten
> etwas anderes, aber Ihre Beweise sind für mich nicht verfügbar.
> Ob das der Sinn der Übung ist, wage ich zu bezweifeln.
> 
> 
> Ein Hinweis noch: ich habe die Problematik in einem Blogposting
> veröffentlicht:
> /blog/2012/09/27/174/walled-garden-wissenschaft/.
> Sofern Sie mir tatsächlich antworten und dem nicht ausdrücklich
> widersprechen, werde ich Ihre Antwort dem Artikel hinzufügen.
> 
> 
> 
> 
> mit freundlichen Grüssen,

Die Wissenschaflter sind:

  • L
  • L
  • L

Update 2012-10-17:

Alle Achtung, vom DFG hab ich gleich eine Antwort bekommen. Sie lautet sinngemäß, dass der DFG seinen Projektnehmern L, aber dass es letztlich die Entscheidung der Wissenschaftler ist, wo sie veröffentlichen. Im Unterschied zu Österreich, wo Wissenschaftler sogar dazu verpflichtet sind, via Open Access zu veröffentlichen, wenn sie öffentlich gefördert worden sind.

So erfreulich die schnelle Antwort zwar ist, wirklich weiter bringt mich das nun auch nicht...

Update 2012-10-17:

Tja. Nun ist schon über ein halber Monat vergangen und ich habe weder von der Pressestelle, noch von einem der Wissenschaftler etwas gehört. Somit schreibe ich jetzt mal die DFG und deren Präsidialbüro an.

Update 2012-10-01:

Oh, hab ich nicht gemerkt, aber die Pressestelle hat exakt 8 Minuten nach meiner Mail schon geantwortet. Sehr nett, und auch nett geschrieben. Zusammengefasst: natürlich kann die Pressestelle nicht viel dazu sagen, warum ein Wissenschaftler wo etwas veröffentlicht. War mir durchaus klar. Aber immerhin hat er zugesagt, mal zu schauen, ob er die Wissenschaflter kontaktiert kriegt und zu einer Aussage bewegen kann. Find ich toll.

Update 2012-10-01:

Wie zu erwarten kam bisher noch keine Antwort. Die mag womöglich noch in den nächsten Wochen eintrudeln, es gerüchtet, dass es immer noch Leute gibt, die EMails immer erst nach ein paar Wochen beantworten. Vielleicht bin ich auch zu ungeduldig. Wie dem auch sei, nun habe ich die Anfrage an die L weitergeleitet.

Nächste Station wäre dann das L. Was auch immer das sein mag, klingt aber höhergeordnet.

Update 2012-09-28:

Die verantwortlichen Wissenschaftler habe ich angeschrieben. Während ich auf eine Antwort warte, habe ich hier noch einen Artikel von Professor Hugh Gusterson im Chronicle gefunden, der u.a. L:
The open-access debate has focused mainly on the exorbitant fees for-profit publishers charge libraries for bundles of journal subscriptions, but I am struck by what they charge ordinary citizens to read my individual articles.
[..]
For example, anyone without access to a university library who wants to read a nine-page article I wrote (free) for the Bulletin of Atomic Scientists last year will have to pay Sage $32 to get electronic access to it for one day—more than it would cost to buy and keep a printed copy of either of my most recent books. Needless to say, Sage passes none of the $32 on to me.
Mein Reden.

Kommt noch besser. Es stellt sich heraus, dass die Wissenschaftler, die den Peer Review für bei solchen komerziellen Journalen durchführen, dafür nicht einmal bezahlt werden:
Another reason the commercial behemoths are so profitable is that their high prices are paired with the free labor of thousands of academic referees like me. Publishers can assure the quality of their products only if highly trained experts examine the articles on the academic production line and pick out the 10 percent to 20 percent that meet the highest standards for excellence. Without this free labor, the publishing companies' entire enterprise would collapse.
Der Professor schlägt vor, diesen Verlagen den Peer Review in Rechnung zu stellen. Das wäre eine Idee, die andere wäre, nur noch OpenAccess zu unterstützen, und zwar sowohl als veröffentlichender Wissenschaftler und als Peer-Reviewender.

↷ 27.09.2012 🠶 #gesellschaft